Bodenwert: So wird er festgestellt

Der Bodenwert ist ein wichtiger Indikator zur Festlegung der Besteuerung für Grund und Boden.


Der Bodenwert wird aus dem Kaufpreis des Grundstückes ermittelt. Berücksichtigt wird dabei natürlich auch der Entwicklungszustand des Grundstückes. Im deutschen Städtebaurecht ist der Bodenwert ein durchschnittlicher Lagewert. Mindestens alle zwei Jahre wird er neu ermittelt. Dafür gibt es einen festen Stichtag der in der Regel auf den 31. Dezember beziehungsweise auf den 01. Januar fällt. Jedes Bundesland hat seine eigenen Rechtsvorschriften für die Ermittlung und Besteuerung des Wertes. Lässt sich der Wert nicht aus dem Kaufpreis des Grundstückes ermitteln, wird die Wertermittlung von Immobilien zur Hilfe herangezogen. Grundlage dazu sind amtliche Kaufpreissammlungen, die von den Gutachterausschüssen geführt werden. Als Ergebnis erhält man einen Durchschnittswert aus dem der tatsächliche Verkehrswert geschätzt wird. Dazu werden die Besonderheiten des zu bewerteten Grundstücks betrachtet. Mittels sachverständiger Anpassung wird der Bodenwert vom Bodenrichtwert abgeleitet. Es können große Abweichungen durch die Zu- und Abschläge vom Bodenrichtwert entstehen.

Die Rechtsgrundlage zur Ermittlung der Bodenrichtwerte
Die Rechtsgrundlage für die Ermittlung der Bodenrichtwerte steht in § 196 BauGB. Jede Gemeinde ermittelt auf Grundlage der Kaufpreissammlung einen durchschnittlichen Lagewert für den Boden. Berücksichtigt werden hierbei die unterschiedlichen Entwicklungszustände. Diese ermittelten Werte werden von der Gemeinde veröffentlicht. Die ermittelten Bodenrichtwerte stehen in Bezug zu den Bodenrichtwertzonen, die Straßen, Straßenzügen oder ganze Stadtteile und Bezirke umfassen. Auskunft über die Bodenrichtwerte darf sich ein Jeder einholen. Diese werden bei den Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse erfragt und der anfragenden Person mitgeteilt.

Veröffentlichungsformen mittels Bodenrichtwertkarten oder Bodenrichtwerttabellen
Bodenrichtwertkarten sind Dokumente, die gültige Bodenrichtwerte je Quadratmeter eines Grundstückes ausweisen. Einige Bundesländer weisen diese Daten auch in Form einer CD aus. Auch diese können von den Gutachterausschüssen von Jedermann angefragt werden. Auch die lokalen Bauämter können diese Auskünfte geben. Mündliche Auskünfte der Gutachterausschüsse sind ebenfalls möglich und sind in der Regel kostenlos. Einige Gemeinden, wie zum Beispiel die Bayerische Landeshauptstadt München, berechnen für die Ausgabe der Informationen einen Betrag von 30 Euro. Im Internet stehen die Bodenrichtwerte allerdings auch nur zum Teil kostenfrei zur Verfügung. Die Initiative Deutschland Online plant ein bundesweites Auskunftsportal für die Bodenrichtwerte einzurichten. Dieses Auskunftsportal nennt sich VBORIS. Die Abkürzung steht für Vernetztes BOdenRIchtswertsInformationsSystem. Diese Möglichkeit zur Einsicht der Bodenwerte ist in diesem Fall sicherlich kostenlos.