Boe bot: Mehr als ein Spielzeug?

Als Spielzeug mit wissenschaftlichem Hintergrund möchte der Boe bot den Traum des eigenen Roboters erfüllen.


In zahlreichen Filmen wie „Transformers“ oder dem berühmten Fritz-Lang-Meisterwerk „Metropolis“ spielen sie die Hauptrolle: Roboter. Der Bau eines solchen Zeitgenossen war lange Zeit lediglich begrenzt möglich und ob des großen finanziellen Aufwandes nur einer kleinen Menschengruppe zugänglich. Heutzutage bietet der so genannte Boe bot (Board of Education robot) allerdings zahlreichen Studenten und anderen Schulabsolventen die Möglichkeit, den lang gehegten Traum des eigenen Roboters zu erfüllen.

Schraubendreher, ein bisschen Zeit und ein wenig Verständnis
Der Boe bot wird in einem Kit ausgeliefert und enthält neben dem bereits vormontierten Aluminiumchassis und Fahrwerk zahlreiche Komponenten zum Experimentieren wie beispielsweise Widerstände, LEDs, Kondensatoren, Infrarot-Empfänger und Einstellregler, die das Bastlerherz eines jeden Elektronikers höher schlagen lassen. Die Vorteile des beliebten Roboterkits liegen auf der Hand: Ein einfacher Zusammenbau mit dem Schraubendreher, eine gut bebilderte mehrere hundert Seiten lange Anleitung und simple Programmierung lassen den Boe bot gar für den schulischen Unterricht attraktiv erscheinen, wenngleich der hohe Preis von ungefähr 200 Euro den ein oder anderen Schulleiter abschrecken sollte. Kritisiert werden von Experten lediglich die unzureichenden Erweiterungsmöglichkeiten, allerdings befassen sich diese zumeist auch mit weitaus komplizierteren und technisch aufwändigeren Produkten, mit denen es der Boe bot nicht aufnehmen kann – und auch nicht will.

Der Boe bot als Internetphänomen
Stellt man sich nun die in der Überschrift angesprochene Frage, ob das Kit tatsächlich mehr als ein einfaches Spielzeug ist, so liefern das Internet-Videoportal YouTube mehr als nur eine Antwort und beweist eindeutig, dass die Kreativität der zahlreichen Bastler keine Grenzen kennt. Wird der kleine Roboter in einem Clip noch von einem Gamepad einer Playstation gesteuert, so gibt es im nächsten Video sogar schon eine Parade der Kleinroboter zu sehen. Ein weiterer Beitrag von weiblichen Programmierern beweist eindrucksvoll die automatisierten Fahrkünste des Boe bots beim Rückwärts-Einparken auf einem selbst gebastelten Fahrparcours im Miniaturformat.  Abschließend betrachtet erfindet der Bausatz weder den Robotor neu, noch wird er an die Genialität seiner großen Brüder aus Japan heranreichen. Betrachtet man den Boe bot jedoch als erweitertes Spielzeug, welches Schülern und Studenten gleich wie engagierten Tüftlern aus dem Hobbykeller Freude bereiten wird, so erfüllt er seinen Job mehr als zufriedenstellend.