Bohnenkraut: Ideale Würze und kleiner Helfer für Magen und Darm

Das Bohnenkraut, aus der botanischen Familie der Lippenblütler, ist ein sehr vielseitiges Gewächs und seit über 1.000 Jahren ein vielseitiger Helfer in Küche und Naturmedizin.


Ursprünglich im Mittelmeerraum und in den Gebieten um das Schwarze Meer beheimatet, fand das Sommerbohnenkraut, lateinisch Satureja Hortensis, bereits zur Zeit des Römischen Reiches Verbreitung in Mitteleuropa. Die niedrige, krautartig wachsende Pflanze besitzt spitze, Lanzetten-artige Blätter und enthält außer Gerb- und Bitterstoffen auch wertvolle ätherische Öle wie Carvacrol, Thymol, Phenolen, Dipenten und p-Cymol sowie Ursolsäure.
Winterbohnenkraut, mit der lateinischen Bezeichnung Satureja Montana, auch Knölle, Bergbohnen- oder Pfefferkraut genannt, besitzt die gleichen Inhaltsstoffe, gedeiht aber als winterharter Zwergstrauch in Europa, Vorderasien und Südafrika. Mit der Entdeckung Amerikas fand er sogar Verbreitung in Nordamerika.
Bereits im Mittelalter nutze man das Kraut als Heilpflanze. In den Schriften Hildegard von Bingens und Albertus Magnus sind zahlreiche Einsatzmöglichkeiten erwähnt. Noch länger kennt man es aber als Würze zahlreicher Gerichte. Besonders bekannt ist es als Beigabe zu Bohnengerichten. Wurden in damaligen Zeiten Hülsenfrüchte gekauft, bekam man ein Sträußchen als Zugabe mit dazu.

Küchenkraut
Dies hat nicht nur den Grund, dass seine Würze besonders gut zu Bohnen- oder Linsengerichten passt. Die krampflösende Wirkung der Inhaltsstoffe lässt Blähungen schneller verschwinden und hilft bei der Vermeidung von Völlegefühl.
Auch heute noch schätzen wir Bohnenkraut als Gewürz in unseren Küchen. Fleisch-, Fisch- und Eintopfgerichte erhalten dadurch eine besonders würzige Note. Das Kraut regt unseren Appetit an und fördert die Bildung von Magensäften – das wirkt sich dann wiederum positiv auf die Verdauung aus. Aber es kann noch mehr!

Erkältungen
Bei Husten oder Bronchialinfekten mit zäher Schleimbildung hilft es, die Beschwerden schnell zu lindern. Zwei Esslöffel Bohnenkraut, mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgegossen, ergeben einen wirksamen Aufguss zum Inhalieren. Als Tee mehrmals am Tag getrunken, löst es schnell den Schleim in den Bronchien.

Magenbeschwerden und Durchfall
Hat man sich den Magen verdorben, kann Bohnenkraut-Tee die Beschwerden vertreiben.
Durch den Gerbstoffgehalt bekommt man den Durchfall schneller in den Griff. Mehrere Tassen Bohnenkraut-Tee, über den Tag verteilt getrunken, ersetzen nicht nur den Flüssigkeitsverlust, auch Magen- und Darmkrämpfe werden unterdrückt und der Magen beruhigt sich wieder.

Insektenstiche
Ein altes Hausmittel gegen die Schwellung nach Bienen oder Wespenstichen, ist ein Umschlag mit frisch zermahlenem Bohnenkraut. Er reinigt und desinfiziert leicht. Vorsicht ist aber bei Allergikern
geboten! Hier hilft nur die Anwendung eines Antiallergikums oder der schnelle Gang zum Arzt!

Hautunreinheiten
Bei unreiner Haut können kühle Umschläge aus einem Bohnenkraut Aufguss wahre Wunder bewirken. Die reinigende und hautberuhigende Wirkung lässt Rötungen zurückgehen. So lassen sich Unreinheiten gezielt in den Griff bekommen.