Bohrer aus Titan: Anwendungsgebiete

Bohrer aus Titan erlauben das Bohren in besonders harte Materialien, ihre Anwendung erfordert aber besondere Bohrtechniken.


Für das Bohren besonders harter Metalle wie Edelstahl, Guss oder Nirosta wurden Bohrer mit Titaniumnitrit Beschichtungen entwickelt. Beschichtete und seltene, vollständig aus Titan hergestellte Bohrer, werden landläufig als Titanbohrer bezeichnet. Mit Titannitrit beschichtete Bohrer haben mit der richtigen Bohrtechnik bis zu fünffach längere Standzeiten, erlauben erhöhte Schnittgeschwindigkeiten und sind korrosionsbeständig. Der aufwändige Herstellungsprozess für Bohrer aus Titan macht diesen Bohrertyp jedoch relativ teuer in der Anschaffung.

Material und Herstellung
Für zusätzliche Härte und Korrosionsbeständigkeit wird ein besonders harter Bohrer mit einer keramischen Beschichtung aus Titannitrit (TiN), Titanaluminiumnitrit (TiAlN) oder Titancarbonnitrit (TiCN) überzogen. Titannitrid ist eine chemische Verbindung aus den beiden Elementen Titan und Stickstoff. Titanaluminiumnitrit ist härter als Titannitrit und Titancarbonnitrit ist die härteste der drei Titannitritbeschichtungen. Bohren mit einem Bohrer aus Titan ist bis 70 Rockwell möglich, woraus sich eine Reihe neuer technischer Anwendungen ergeben. Mit einem Bohrer aus Titan ist deshalb die Bearbeitung von besonders hartem metallischen und nicht-metallischen Material, wie gehärteter Stahl, Gussstahl, gehärteter Federstahl, Nirosta, Glas, Keramik, Blaubasalt, Karbonfaserverbundstoffe, besonders effizient. Am Bau wird z. B. das Bohren in frostfeste Fliesen, eisenbewehrten Beton, Porzellan und Dachziegel erleichtert.

Anwendungen und Gebrauch
Mit Titanaluminiumnitrid beschichtete Bohrer haben eine violette Färbung, während ein mit Titannitrid beschichteter Bohrer eine goldene Farbe zeigt. Im Gebrauch sollte man einige wichtige Regeln zur Erhöhung der Standzeiten von Bohrern aus Titan beachten. Bohrer aus Volltitan haben sehr hohe Standzeiten. Sie glühen nicht aus und arbeiten noch bei Schneidetemperaturen von 2.300 Grad Celsius. Um jedoch die Standzeiten eines beschichteten Bohrers aus Titan zu erhöhen, ist es wichtig, die Temperatur des Werkstücks während des Bohrens niedrig zu halten. Es sollte deshalb mit wenig Reibungsdruck, mit relativ niedrigen Umdrehungszahlen der Bohrmaschine und beim Einsatz in Metall mit Kühlmitteln gearbeitet werden. Titanbohrer eignen sich nicht für die Bearbeitung von Aluminium. Unter der Einwirkung von Druck und Hitze geht Aluminium mit der Titannitritbeschichtung eine Legierung ein. Dies verstärkt die Reibung, verhindert die Spanabnahme und ein Weiterarbeiten wird unmöglich. Beschichtete Bohrer aus Titan können auch nicht geschärft werden, ohne die Beschichtung zu zerstören.