Bohrlöcher in der Mietwohnung - Rechte und Pflichten als Mieter und Vermieter

Mietrechtstreitigkeiten sind ein Dauerthema an deutschen Gerichten. Dabei ist gesetzlich genau geregelt, ob Bohrlöcher in der Mietwohnung zu Schönheitsreparaturen gehören oder nicht.


Eine neue Wohnung wurde gefunden und der Auszug steht an. Dies stellt Mieter vor die Frage, welche Renovierungsarbeiten bei Auszug zu leisten sind und auf welche verzichtet werden darf. Bohrlöcher in der Mietwohnung, die von Hängeschränken oder Regalen stammen, sollten verspachtelt werden. Doch bleibt zu erwähnen, dass kaum eine mietrechtliche Streitigkeit die deutschen Gerichte so beschäftigt wie die Frage nach der Renovierungspflicht des Mieters oder des Vermieters. Sogenannte Schönheitsreparaturen, zu denen Kleinstreparaturen wie poröse Dichtungsgummis oder verkalkte Duschköpfe gehören, liegen zumeist zu Lasten des Mieters. Verlangt der Vermieter jedoch eine komplette Renovierung bei Auszug und beruft sich bei dieser auf den Mietvertrag, sollte der Mieter aufhorchen.

Grundrenovierungen sind meist unzulässig

  • Ein Vermieter kann von einem ausziehenden Mieter nur in Ausnahmefällen Grundrenovierung der zur Miete überlassenen Wohnung verlangen. Dennoch gibt es Ausnahmen, die vom Mieter zu beachten sind. Während der Mietzeit werden in beinahe jeder Wohnung Regale und Hängeschränke mit Dübeln an die Wände montiert.
  • Die in der Wand verbleibenden Dübel sollten bei Auszug entfernt und die Bohrlöcher in der Mietwohnung verspachtelt werden. Auf Tapezieren oder Streichen darf ein Vermieter jedoch nicht bestehen. Gerade wenn im Mietvertrag starre Renovierungsfristen eingetragen sind, gelten diese als gesetzeskonform.
  • Die Wohnung ist bei Auszug in einem mietreifen Zustand zu übergeben, doch kann ein Vermieter nicht darauf bestehen, dass alle Räume neu tapeziert oder gestrichen werden müssen. Dieser Fall liegt anders, wenn bei Einzug eine Ausnahmeregelung getroffen wurde.
  • Diese darf kein Bestandteil eines Mietvertragvordrucks sein und muss ausschließlich zwischen Mieter und Vermieter erfolgen. Der Vermieter kann Regelungen, die er mit einzelnen Mietern vereinbart hat, nicht auf sein komplettes Mietobjekt anwenden.

Doch gibt es Ausnahmen

  • Selbst wenn der Mieter Dübel entfernt und die Bohrlöcher in der Mietwohnung verspachtelt hat, ist unter Umständen eine Teilrenovierung vorzunehmen. Diese Regelung gilt, wenn der Mieter Wände der Wohnung außergewöhnlich gestaltet hat, sodass eine Weitervermietung ohne Renovierung nicht zu erwarten ist.
  • Um Ärger zu entgehen sollten schwarze oder grell gestaltete Wände vor dem Auszug neutral gestrichen oder die Tapete entfernt werden.