Bootsfenster einbauen - Anleitung

Bootsfenster vom Rahmen bis zur Verglasung selber herstellen und einbauen: Im Team und bei etwas handwerklichem Geschick können Sie Ihr Wasserfahrzeug rundum erneuern.


Warum nicht wieder einmal eine Tour mit dem eigenen Boot machen? Eine entspannte Fahrt über eines der vielen Binnengewässer Europas, statt den Massenstrand auf den Balearen? Während Sie noch Ihr Hausboot auf technische Sicherheit überprüfen, bemerken Sie vielleicht, dass eines ihrer Bootsfenster zersprungen ist. Es kann sogar sein, dass Teile des Fensterrahmens wasserdurchlässig geworden sind. Da lohnt sich der Einbau eines neuen Bootsfensters. Menschen mit etwas handwerklichem Geschick sind in der Lage, ein Bootsfenster - vom Rahmen bis zum Einbau mit Glas - selbst zu konstruieren. Eine leichtere Möglichkeit, ein defektes Fenster zu erneuern, ist der Einbau von komplett vorgefertigten Fenstern.

Bootsfenster selbst gebaut - das einfache Fenster mit Aluminiumrahmen
Wenn Sie sich entschieden haben, ein Fenster in Ihrem Boot auszuwechseln, sollten Sie sich bei der Herstellung eines komplett neuen Ausblicks über die Materialien beraten lassen.
Der Rahmen kann aus Aluminium, Holz oder Kunststoff bestehen. Es hängt letztlich vom Typ und vom Design des Bootes ab.
Der erste Schritt zur Herstellung eines einfachen Bootsfensters besteht in der exakten Ausmessung der Fläche. Zeichnen Sie die genaue Grundfläche auf einen stabilen, aber leichten Karton, der zuvor über der freigewordenen Öffnung befestigt wurde, in die später das neue Fenster eingebaut werden soll. Der Karton dient als Schablone, in der Sie im nächsten Schritt die genauen Maße des Fensters einzeichnen. Handelt es sich dabei um ein Schiebefenster, ein Klappfenster oder ein kreisförmiges Bullauge? Zeichnen Sie neben dem entsprechenden Fenstertyp auch die Ausrichtung, zum Beispiel „oben“, „unten“, „innen“ und „außen“ ein.
Nun geht es an die handwerkliche Umsetzung der genauen Planung. Die Schablone sollte an einem Untergrund befestigt werden, so dass sie sich nicht wölbt oder zusammenzieht. Das Aluminium erhalten Sie als baufertige Stangen auf Wunsch und je nach Bedarf bei Ihrem Fachhändler. Nun müssen Sie das Metall nur noch nach den Maßangaben der Schablone zuschneiden.
Einiges handwerkliches Geschick wird nun beim Herstellen der Winkel, das heißt, für die Verbindungsstücke der einzelnen Teile des Rahmens benötigt. Besonders leicht gelingt dies mit der Schmiege, auch Winkelschmiege genannt. Mit ihr können unbestimmte Winkel von der Schablone auf die Rahmenteile aus Aluminium übertragen werden. Die im „geschlitzten Schenkel“ verschraubte, aber bewegliche „Zunge“ lässt ich am Winkelgrad ausrichten.
Anschließend sägen Sie die Enden der Stangen nach den vorgegebenen Maßen mit einer Kappsäge ab. Sie erlaubt aufgrund ihres schwenkbaren Sägeblattes ein winkelgerechtes Schneiden. Die Schnittkanten der Stangen werden mit Dichtungsmasse aneinander verbunden. Das Glas, zum Beispiel Hartglas, wird nun in den Rahmen eingesetzt, nachdem es exakt nach den erforderlichen Maßen auf der Schablone zugeschnitten wurde. Auf dem Flansch, ein Teil des Profils des Aluminiumrahmens, bringen Sie nun die Abdichtungsmasse aus Silikon an. Schritt für Schritt entsteht nun ein neues Fenster.

Der Einbau
Der letzte Schritt bei der Erneuerung eines Bootsfensters ist nun der Einbau. Sie sollten sich dabei unbedingt von einer weiteren Person helfen lassen. Denn das gesamte Bootsfenster - ob selbst gebaut oder von Experten nach Ihren Angaben und Wünschen hergestellt - muss nun in die freigewordene Stelle eingefügt und in die Schiffswand eingeschraubt werden. Überprüfen Sie deshalb zuerst die Wandstärke. Die Länge der Schrauben richtet sich nach der bestimmten Wandstärke. Wenn die Schrauben zu lang sind, kann das Bootsfenster nicht genügen angezogen werden. Ist die Wand zu dick, werden die Schrauben mit der Zeit locker. Während nun eine Person das gesamte Fenster in die Wand presst, achtet die andere darauf, dass der Fensterrahmen mindestens  vier Millimeter über den Rand der Öffnung ragt. Drehen Sie die Schrauben am besten manuell hinein und ziehen Sie diese zwar fest, aber vorsichtig an, um Beschädigungen am Metall zu vermeiden. Die Abdichtung, die sich mit der Öffnungswand verbindet, wird nun durch den Druck der Schraubung wirksam. Hinausquillende Masse können Sie leicht mir einer dünnen Holzspachtel entfernen.
Im Grunde haben Sie damit Ihr neues Bootsfenster. Achten Sie darauf, den Einbau am besten im Team zu planen.