Botox Nebenwirkungen: Botulinophilie

Sie blicken in den Spiegel und entdecken wieder eine neues kleines Fältchen? Zu den Botox Nebenwirkungen gehört die Botulinophilie.


Gutes Aussehen gehört heute schon fast zum guten Ton. Wer gut aussieht, ist beruflich erfolgreich, beliebt und hat viele soziale Kontakte. So wird es uns jedenfalls tagtäglich von den Medien vermittelt. Der gesellschaftliche Druck, schön zu sein, wächst. Wenn dieser Druck zu groß wird und das belastende Gefühl entsteht, nicht mehr attraktiv zu sein, sehen viele Menschen meist keinen anderen Ausweg als eine Behandlung mit Botox. Dich diese kann unschöne Auswirkungen haben: Botulinophilie.

Botox - ein Nervengift
Botox ist eigentlich ein aus Bakterien gewonnenes Nervengift, das die Erregungsübertragung der Nervenzellen an den Muskel hemmt. Gelingt Botox in den Körper, so kann der Botenstoff Acetylcholin aus den Nervenfasern nicht mehr freigesetzt werden und somit auch nicht mehr an den Muskelfasern andocken. Der Muskel erhält auf diese Weise keine Befehle mehr, es findet keine Kontraktion mehr statt, als Folge erschlafft der Muskel. Früher war das Clostridium botulinum besonders als Lebensmittelvergifter sehr gefürchtet, da es in größeren Mengen zum Atemstillstand eines Menschen und somit zu dessen Tod führen kann. Heutzutage wird das Nervengift bei schmerzhaften Muskelverspannungen, bei Spastiken oder zur Korrektur von Schielfehlern eingesetzt, jedoch finden zunehmend auch kosmetische Korrekturen mit Botox Zuwachs.

Macht Botox süchtig?
Auch wenn Botox einen Menschen nicht unbedingt physisch abhängig macht, so kann es dennoch psychisch süchtig machen - und diese Sucht ist eine der vielen Botox Nebenwirkungen. Britische Ärzte haben herausgefunden, dass 40 Prozent der Menschen in Behandlung mit Botox ein zwanghaftes Verlangen nach weiteren Therapien entwickelten. Dabei sagten 50 Prozent der Betroffenen aus, dass sie unter einem Gefühl des Ausgeliefertseins litten, das sich darin äußert, keine Kontrolle über die eigenen Alterungsprozesse zu haben. Menschen, die eine zwanghafte Sucht nach dem Nervengift entwickelt haben und sogenannte Dauer-Anwender sind, werden auch als Botox-Junkies bezeichnet oder als Botulinophilie Erkrankte.

Botox als neuer Trend
In den USA sind sogenannte Botox-Partys schon lange Trend. Bei diesen treffen sich (meist) Frauen privat mit einem Mediziner, der ihnen das Wundermittel ins Gesicht injiziert. Hausparty und chirurgischer Eingriff werden einfach kombiniert, natürlich darf der Sekt dabei nicht fehlen. Das es sich um eine Anwendung mit einem extrem gefährlichen Nervengift handelt, das in zu hohen Dosen auch tödlich oder zu ernsthaften Langzeitschäden (zum Beispiel Gesichtslähmungen) führen kann, ist nebensächlich. Ein paar Tage nach der Behandlung setzt die Lähmung der Gesichtsmuskeln ein, die Mimikfalten verschwinden, ebenso wie sichtbare Gefühlsregungen. Wurden die Falten erfolgreich bekämpft, so währt dies jedoch nicht ewig: Nach circa drei bis vier Monaten muss erneut gespritzt werden. Da eine Ampulle Botox bereits zwischen 400 bis 500 Euro kostet, ist dies bestimmt kein billiges Unterfangen. Wer sich dennoch einer Faltenbehandlung mit Botox unterziehen will, der sollte sich unbedingt in die Hände eines Spezialisten begeben und Botox-Partys mit ihren selbsternannten Medizinern meiden. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass man mit der Spritze voller Botox Nebenwirkungen in Kauf nimmt.