Botschafter werden: Der harte Weg zum Traumjob

Botschaftern wird viel abverlangt. Sie sollen den Frieden wahren und dennoch die landeseigenen Interessen vertreten. Botschafter werden kann nicht jeder.


Die Arbeit als Botschafter ist für viele ein Traumjob: Reisen ins Ausland, der Einsatz für den Weltfrieden und die Förderung internationaler Beziehungen. Doch wer Botschafter werden will, muss viele Voraussetzungen erfüllen und sein Vorhaben ernst nehmen. In jedem Fall verändert die Entscheidung für die Arbeit als Botschafter das ganze zukünftige Leben. Als oberster Beauftragter eines Staates übernimmt man sehr viel Verantwortung.

Voraussetzungen, um Botschafter zu werden

  • Grundvoraussetzung ist ein akademischer Bildungsabschluss. Die Chancen erhöhen sich, wenn ein Studium im kultur-, sozial- oder sprachwissenschaftlichen Bereich absolviert wurde.
  • Daneben sollten Sie eine oder mehrere Fremdsprachen flüssig in Wort und Schrift beherrschen. Für den Diplomatendienst ist ein längerer Auslandsaufenthalt wichtige Voraussetzung.
  • Noch wichtiger als eine akademische Ausbildung sind Charaktereigenschaften wie Flexibilität und Kommunikations- und Teamfähigkeit. Wer nicht über soziale und interkulturelle Kompetenzen verfügt, wird von vornherein ausgesondert.

Diplomatische Ausbildung

  • Nach dem Studium kann man jedoch nicht sofort als Botschafter arbeiten. Man muss sich zunächst für eine internationale Diplomatenausbildung bewerben. Diese findet an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin statt und geht über ein Jahr.
  • Neben strengen Auswahlkriterien stellt der Aufnahmetest für viele Bewerber eine Hürde dar. Bei diesem muss man nicht nur seine Allgemeinbildung, sondern auch die Kenntnis des tagesaktuellen Geschehens unter Beweis stellen.
  • Anschließend folgen persönliche Gespräche sowie Psychologie- und Sprachtests. Die Quote der Bewerber, die eine Zulassung schaffen, liegt durchschnittlich bei etwa fünf Prozent.
  • Bei der Ausbildung wird das Wissen über Politik, Wirtschaft, Geschichte und Völkerrecht vertieft. Nachdem die Ausbildung mit der bestandenen Laufbahnprüfung abgeschlossen ist, können Studierende in den höheren Auswärtigen Dienst übernommen werden.

Aufgaben eines Botschafters

  • Wer Botschafter werden will, muss in der Leitung einer Botschaft die Interessenvertretung des eigenen Landes im Ausland übernehmen. Dafür müssen enge Beziehungen zu politischen und gesellschaftlichen Organisationen mit dem jeweiligen Gastland geknüpft und gepflegt werden.
  • Daneben müssen Wirtschaftskontakte aufgebaut und aufrechterhalten werden, über deren Entwicklung das Auswärtige Amt laufend informiert wird. Damit einher geht die Funktion als Berater der Regierung, wenn ein Auslandsbesuch ansteht.
  • Die Bundesrepublik Deutschland unterhält derzeit diplomatische Beziehungen zu rund 195 Staaten, wobei sich in 150 Staaten eine deutsche Botschaft befindet. In welchen Ländern man als Botschafter akkreditiert werden kann, erfahren Sie auf www.auswaertiges-amt.de.