Branding - Körperschmuck für Hartgesottene

Das Branding zählt auch zum Körperschmuck. Hierbei werden Narben auf der Haut verursacht und diese damit \"verschönert\".


Ursprünglich diente Branding dazu, Herdenvieh kenntlich zu machen und somit die Zuordnung und Identifikation zu erleichtern. Auch die Sklaven in der Antike und später die der USA wurden so gebrandmarkt, um sie als Eigentum eines bestimmten Besitzers auszuweisen. Heute zählt Branding zum Körperschmuck und ist wie Cutting eine Form der Scarifikation. Es werden bewusst Narben auf der Haut verursacht, um damit den Körper damit zu schmücken.

 

Branding vs. Cutting
Anders als beim Cutting werden die beim Branding eingebrannten Muster jedoch kulturell fast überwiegend negativ bewertet. Die eingebrannten Narben sind ein Zeichen der Schwäche oder der Unterwerfung und sind in vielen Kulturen stigmatisiert.

Methoden des Branding
Man unterscheidet zwei Arten des Branding: Strike Branding und Cautery Branding. Beim Strike Branding werden mehrere Metallstreifen von bis zu vier Millimeter Breite zu einem einfachen Muster geformt. Der so entstandene Musterstempel, der meist aus Implantatstahl besteht, wird auf mehrere hundert Grad erhitzt und dann für ein paar Sekunden auf die Haut gedrückt. Die obersten Hautschichten verbrennen sofort. Bei der Anwendung mit flüssigem Stickstoff wird der Stempel auf unter -100 Grad heruntergekühlt. Da durch die Kälte jedoch keine Krankheitserreger abgetötet werden können, besteht eine höhere Infektionsgefahr.

Beim Cautery Branding werden spezielle Geräte verwendet. Hierzu gehören der HF Kauter und der Thermokauter. Der HF Kauter ist ein chirurgisches Gerät, das mittels Strom feine Strukturen in die Haut brennt. Das Hochfrequenzgerät erfordert eine spezielle Ausbildung und viel Erfahrung, weshalb dieses Verfahren nur sehr selten zur Anwendung kommt. Der Thermokauter ist ein batteriegetriebenes Lötgerät, das nur oberflächliche Verbrennungen erzeugen kann. Ein Branding muss daher oft wiederholt werden. Eine Sterilisation ist nicht möglich, und wie das Strike Branding ist auch das Cautery Branding sehr ungenau.

Risiken & Schmerzen
Nicht alle Körperstellen eignen sich für den "heißen" Körperschmuck, weil die Haut dafür unbedingt eben und gleichmäßig sein muss. Auch sollten keine wichtigen Nerven an der betreffenden Körperstelle vorhanden sein. Das Hauptrisiko besteht in der falschen Dosierung der Temperaturen. Ist das Eisen zu heiß, bleibt unter Umständen Gewebe an den Stempeln hängen.

Die Nachversorgung beinhaltet die regelmäßige Versorgung der Wunde. Auch sollte keine enge Kleidung getragen werden. Beginnt die Wunde stark zu jucken oder mehr als sonst zu schmerzen, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Während des Brandens selbst treten kaum Schmerzen auf – die Nerven werden durch die extremen Temperaturen schließlich sofort verbrannt. Doch in der Heilungsphase sollte man damit rechnen, dass der „Schmuck“ sich zu einer Quelle starker Schmerzen entwickelt. Jeder, der sich schon einmal die Finger an einer heißen Herdplatte verbrannt hat, vermag sich die körperlichen Qualen vorzustellen. Doch gerade diese Schmerzen werden von manchen als besonders wichtige Erfahrung betrachtet. Eine Erfahrung, die nicht jeder seinem Lebenslauf hinzufügen möchte.