Eine Brustentzündung entsteht oft in Verbindung mit einem Milchstau. Wenn dieser nicht richtig behandelt worden ist, sind die Voraussetzungen für eine schmerzhafte Entzündung ideal. Die Ursache einer Mastitis liegt in der Ansammlung von Bakterien (Staphylococcus aureus), die sich in der gestauten, körperwarmen Milch rasch vermehren. Auch eine unzureichende Säuberung und Pflege der Brust begünstigt eine Mastitis. Es kommt zu einer Entzündung des Drüsenkörpers der Brust. Die Symptome einer Brustentzündung sind denen des Milchstaus nicht unähnlich; zusätzlich kommen hohes Fieber, verhärtete rote Stellen, starke Schmerzen und ein allgemeines Erschöpfungsgefühl, einer Grippe entsprechend, hinzu. Eine Brust oder beide sind warm, fühlen sich hart an und sind enorm druckempfindlich.
Weiter stillen fördert die Heilung
Wenn nur eine Brust die Anzeichen einer schmerzhaften Entzündung zeigt, können kühlende Quarkauflagen oder kalte Eis- und Alkoholumschläge Linderung bringen. Diese sollten aber nicht direkt auf die Haut gelegt werden, um die Brustwarze und den Vorhof nicht unnötig zu reizen. Es sollte unbedingt weiter gestillt werden, denn frühzeitiges Abstillen oder eine Stillpause kann den Heilungsprozess verzögern. Im Idealfall wird das Stillen an beiden Brüsten – auch an der entzündeten – fortgesetzt. Aber dies ist aufgrund der Schmerzen beim Anlegen meist nicht möglich, zudem könnte das Kind die entzündete Brust verweigern, weil die Milch leicht salzig schmeckt. Das Neugeborene wird also nun nur an der gesunden Brust gestillt, die Milch der entzündeten Brust wird abgepumpt und entsorgt. Wenn nach 24 Stunden keine Besserung der Beschwerden eintritt oder auch die zweite Brust betroffen ist, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird viel Bettruhe, eine Antibiotika-Therapie und möglicherweise Prolaktin-Hemmer verordnen. Letztere vermindern den Milcheinschuss.
Wenn die Brustentzündung weiter voranschreitet, entzünden sich die Milchgänge ebenfalls, es kann keine Milch mehr austreten, oft entwickelt sich ein Eitergeschwür, wenn die Mastitis nicht behandelt wird. Dieser kann dann nur noch chirurgisch geöffnet werden.