Beim Brustkrebs, der unter Medizinern auch als Mammakarzinom bezeichnet wird, handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Brust. 7-10 % der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens diese Krebsform und sogar jede vierte Krebserkrankung betrifft die Brust. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg erkranken jährlich in Deutschland 46.000 Frauen an dieser Krebsform neu. Mehr als ein Drittel sind zum Diagnosezeitpunkt unter 60 Jahre.
Mit zunehmendem Alter, besonders ab dem 40. Lebensjahr, steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, deutlich an. Insgesamt hat auch die Häufigkeit dieser Krebsform in den letzten 20 Jahren in ganz Europa stark zugenommen. Immer mehr jüngere Frauen sind von der Diagnose Brustkrebs betroffen. Ganz selten entsteht Brustkrebs auch bei Männern. Es wird vermutet, dass dies auf die Veränderung eines bestimmten Gens zurückzuführen sei.
Es gibt verschiedene Formen des Brustkrebs. Die weibliche Brustdrüse, medizinischer Fachausdruck Mamma, besteht aus Drüsengewebe, Fettanreicherungen und Bindegewebe. Brustkrebs lässt sich daher, je nachdem, wo er entsteht, auch in verschiedene Typen einteilen. So entstehen duktale Karzinome an der Zellschicht der Innenseite und lobuläre Karzinome gehen von den Drüsenläppchen aus.
Die Ursachen des Brustkrebs sind unbekannt, dennoch gibt es jede Menge Risikofaktoren, die die Bildung eines Mammakarzinoms begünstigen können. Generell steigt die Erkrankungsgefahr mit zunehmendem Alter. Zu den Risikogruppen gehören Frauen, die ihre erste Menstruation in frühen Jahren bekamen. Auch der späte Einsatz der Wechseljahre erhöht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes älter als 30 Jahre sind, sind ebenfalls häufiger vom Brustkrebs betroffen.
Deswegen ist das regelmäßige Abtasten der Brüste für die Früherkennung von Brustkrebs eine sehr wichtige Maßnahme. Dies kann von der Frau selbst durchgeführt werden. Sind Verhärtungen in der Brust tastbar, sollte sofort ein Gynäkologe aufgesucht werden. Dieser kann dann ggf. weitere Untersuchungen durch Ultraschall oder Mammographie veranlassen. Ergeben diese Untersuchungsmethoden keinen eindeutigen Befund, kann auch eine Gewebsentnahme veranlasst werden. Dabei wird der Frau eine kleine Kanüle an der betroffenen Stelle der Brust eingeführt und Gewebe der Verhärtung entnommen. Diese wird anschließend im Labor untersucht.
Nicht jede Verhärtung der Brust muss ein Tumor sein. Oftmals weisen kleine Knoten bei Patientinnen einen gutartigen Charakter auf. Doch je schneller man das Mammakarzinom erkannt hat, desto besser sind die Heilungschancen. Krankenkassen übernehmen daher bei Frauen ab 30 Jahre die Kosten für die alljährliche Untersuchung. Bei Patientinnen zwischen dem 50-69 Jahre sollte regelmäßig eine Mammografie durchgeführt werden, damit bösartige Veränderungen der Brüste so früh wie möglich erkannt werden können.