Bruttolohn und Nettolohn - wie hoch sind die Abzüge?

Die Abzüge für den Bruttolohn eines Arbeitnehmers hängen nicht nur von dessen Höhe ab, sondern auch von der familiären Situation und wo man wohnt.


Viele Berufstätige fragen sich, wie viel ihnen von ihrem Bruttolohn nach Abzug der Steuern übrig bleibt. Dies hängt von der Höhe des Bruttoverdienstes, der Lohnsteuerklasse, dem Familienstand und vorhandenen Kinder ab. Es gibt sechs verschiedene Steuerklassen, in die der Arbeitnehmer eingeordnet wird.

Steuerklassen

  • Vom Bruttolohn können verschiedene steuerklassenabhängige Freibeträge abgezogen werden, um die Abzüge zu mindern. Für alle Steuerklassen gilt ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro, ein Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro und eine Versorgungspauschale, die abhängig vom Bruttolohn ist, wenn nichts anderes vermerkt ist.
  • Die Lohnsteuerklasse 1 ist für Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt lebende Ehepartner, Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, Verwitwete (Sterbetag vor dem 1.1.2009) und Verheiratete, deren Partner im Ausland lebt, geeignet. Der Grundfreibetrag liegt hier bei 8.004,99 Euro und die Lohnsteuergrenze bei 1.0665,99 Euro.
  • Arbeitnehmer, welche auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Anspruch haben und ledig, geschieden, dauernd getrennt lebend, Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, verheiratet und der Partner im Ausland lebt oder verwitwet (Sterbetag vor dem 1.1.2005) sind, können in die Lohnsteuerklasse 2 eingeordnet werden. Dies gilt jedoch nicht mehr, wenn die Voraussetzungen für die Steuerklasse 3 oder 4 erfüllt werden. Die Freibeträge entsprechen der in Steuerklasse 1, jedoch beträgt die Entlastung für Alleinerziehende 1.308 Euro und der Kinderfreibetrag pro Kind 7.008 Euro.
  • In Steuerklasse 3 werden verheiratete Arbeitnehmer geführt, deren Ehegatte Steuerklasse 5 besitzt oder im gleichen oder vorigen Jahr verstorben ist. Der Grundfreibetrag entspricht hier 1.6009,99 Euro, der Kinderfreibetrag pro Kind 7.009 Euro und die Lohnsteuergrenze bei 20.192,99 Euro.
  • Verheiratete Arbeitnehmer, deren Ehepartner ebenfalls Steuerklasse 4 besitzen oder im gleichen oder vorigen Jahr verstorben sind, werden in dieser Steuerklasse geführt. Der Grundfreibetrag beträgt 8.004,99 Euro, der Kinderfreibetrag pro Kind 3.504 Euro und die Lohnsteuergrenze 10.665,99 Euro.
  • In Steuerklasse 5 sind Arbeitnehmer, deren Ehepartner in der Steuerklasse 3 geführt werden. Es ist weder ein Grundfreibetrag, noch ein Kinderfreibetrag pro Kind vorhanden. Die Lohnsteuergrenze liegt bei 1.138 Euro.
  • In Steuerklasse 6 werden Arbeitnehmer eingestuft, welche entweder ihre erste Lohnsteuerkarte bei einem Arbeitgeber abgegeben haben und eine weitere benötigen oder die ihre Lohnsteuerkarte bis zum 31.3. oder innerhalb von sechs Wochen nach ihrer Einstellung nicht abgegeben haben. Hier beträgt der Grundfreibetrag 16.009,99 Euro. Weitere Freibeträge sind nicht vorhanden.

Sonstige Freibeträge

  • Neben den Freibeträgen der einzelnen Steuerklassen, können auch Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen den Bruttolohn für die Lohnsteuerberechnung senken.

Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

  • Die Lohnsteuer richtet sich nach dem tatsächlichen Bruttolohn, jedoch werden die Freibeträge der entsprechenden Steuerklasse vorher abgezogen. Die Höhe des zu entrichtenden Solidaritätszuschlags beträgt 5,5 Prozent der berechneten Lohnsteuer, die Kirchensteuer neun Prozent, beziehungsweise acht Prozent in Bayern und Baden-Württemberg. Kinderfreibeträge können diese Abgaben senken.