BSE - Ein hausgemachtes Problem

Bei einer fortgeschrittenen Entwicklung der BSE Erkrankung nimmt das Gehirn eine schwammartige durchlöcherte Struktur mit fadenförmigen, proteinhaltigen Ablagerungen an.


BSE ist die Abkürzung für Bovine Spongeiforme Enzephalopathie, was zu Deutsch so viel wie „das Rind betreffend schwammartige Gehirnkrankheit“ heißt. im Volksmund wird BSE auch als Rinderwahn bezeichnet.

Was ist BSE?

BSE wird durch atypische Eiweißkörperchen hervorgerufen und verursacht vor allem bei Schlachtrindern eine tödliche Erkrankung des Gehirns. BSE löst biochemische Prozesse im Gehirn aus, welche letztendlich zu einer Degenration des Hirns führen. Das Gehirn nimmt bei fortschreitender BSE-Erkrankung eine schwammartige durchlöcherte Struktur mit fadenförmigen, proteinhaltigen Ablagerungen an. BSE-betroffene Tiere zeigen Verhaltensänderungen und Bewegungsstörungen. Tieren, bei denen die Erkrankung ausgebrochen ist, straucheln, reagieren empfindlich auf Lichtreize und leiden unter dem für die Krankheit typischen Muskelzittern.

Wie überträgt sich BSE auf den Menschen?

Man nimmt an, dass die neue Variante der tödlich verlaufenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch hervorgerufen wird. Die genaue Ursache für das Auftreten von BSE ist noch nicht bekannt. Man vermutet aufgrund von epidemiologischen Studien, dass der Verzehr von infektiösem Futter BSE hervorruft. Seit den 1970er Jahren wurden in England Schlachtabfälle unzureichend erhitzt und so vermutet man, dass der Scrapie-Erreger nicht zerstört wurde. In England ist zudem die Schafpopulation sehr groß und so enthielten die Schlachtabfälle überwiegend Material von Schafen. Sie wurden zu Tiermehl verarbeitet und dann auch an Rinder verfüttert. So nahmen viele Tiere den Scrapie-Erreger in sich auf. Laut einer Studie konnte dadurch BSE erst entstehen.

Wie überträgt sich die Krankheit bei Rindern?

Ungefähr fünf bis zehn Prozent der Kälber von BSE infizierten Kühen entwickeln selbst BSE, aber eine Übertragung von Mutter auf Kalb ist nach dem Stand von 2004 noch nicht nachgewiesen. So besteht der Verdacht, dass die Übertragung der BSE-Erreger über die Kälberersatznahrung erfolgt. In Deutschland sind heute deshalb tierische Fette im Rinderfutter gänzlich verboten.

BSE infizierte Rinder erkranken in der Regel im Alter von vier bis fünf Jahren an BSE und sterben innerhalb weniger Monate. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Jahre. Allerdings zeigen neuere Forschungen, dass BSE-verwandte Krankheiten bei Schafen, Elchen und Hirschen - wildlebende Tiere kommen niemals mit Tiermehl in Berührung - über Urin verbreitet werden.