BSE- Rinderwahn und (k)ein Ende?

Die Infektionskrankheit BSE ist erstmals im Jahre 1984 durch die Verfütterung von Tiermehl an die Tiere aufgetreten. An Rinderwahn können nicht nur Menschen erkranken. Auch Haustiere wie Katzen oder Hunde sind gefährdet.


Zum ersten Mal trat BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) bei Rindern im Jahre 1984 auf. Als Verursacher der Infektionskrankheit gelten Prionen, die lange Zeit durch die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere übertragen wurden. In der Regel erkranken die Rinder, die mit diesen Substanzen gefüttert wurden, zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr und sterben binnen weniger Monate. Tiermehl wurde in der Vergangenheit als preiswerter Einweißlieferant dem Futter zugesetzt. Seit 1994 darf es aber wegen des BSE-Risikos nicht mehr an Wiederkäuer wie Rinder oder Schafe, wohl aber an Schweine und Geflügel verfüttert werden. Durch sogenannte Schnelltests kann man feststellen, ob ein Tier an BSE erkrankt ist oder nicht. In den letzten Jahren konnte der Erreger bei mehr als 180.000 Rindern nachgewiesen werden. 

Rinderwahn und Kreutzfeldt-Jakob

  • Gefährlich für den Menschen ist BSE nur dann, wenn die Prionen zum Beispiel durch Fleischverzehr in den Organismus gelangen. Dann können sie nämlich eine neue Variante der Kreuzfeldt-Jakob-Erkrankung verursachen.
  • Die Prionen verursachen im Gehirn die Bildung von regelrechten Klumpen und beeinträchtigen somit dessen Funktion. Allerdings tritt die Kreuzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen nur sehr selten auf. Doch bricht sie aus, handelt es sich dabei um eine unheilbare und tödlich verlaufende Krankheit. 
  • Neueste Meldungen berichten, dass es amerikanischen Forschern vielleicht sogar gelungen ist, BSE-resistente Rinder zu klonen. Ihnen fehlt das Prion-Protein, was dazu führt, dass die Krankheit nicht ausbrechen kann. Da es aber einige Jahre dauert, bis der Rinderwahn ausbricht, kann der Nachweis für eine Resistenz dieser Rinder gegen BSE erst in den nächsten Jahren erfolgen.

Auch Haustiere gefährdet

  • BSE überträgt sich aber nicht nur auf den Menschen allein. Auch Haustiere, insbesondere Katzen, sind gefährdet. In Laborversuchen konnte der BSE-Erreger auch auf Krallaffen, Schweine, Ziegen, Schafe, Nerze und Mäuse übertragen werden.
  • Katzenbesitzer sollten daher besonders darauf achten, welches Fertigfutter sie an ihre Mitbewohner verfüttern. Denn Separatorenfleisch und auch Tiermehl können im Fertigfutter enthalten sein.

Ökofleisch kaufen

  • Sicherlich haben Vegetarier kein Risiko an BSE zu erkranken, da sie ja völlig auf den Fleischkonsum verzichten. Aber auch Menschen, die sich ihr Steak nicht vom Teller nehmen lassen wollen, können das Risiko, an BSE zu erkranken, deutlich reduzieren.
  • Es sind einfach ein paar Regeln zu beachten. Essen Sie kein Fleisch, dessen Herkunft Sie nicht nachvollziehen oder rückverfolgen können. Warum mal nicht ein leckeres Schnitzel aus ökologischer Fleischerzeugung? Selbst wenn es etwas mehr kostet, lohnt es sich geschmacklich auf jeden Fall und man muss ja auch nicht jeden Tag Fleisch essen.
  • Wenn Sie Hackfleisch für leckere Spaghetti Bolognese oder Hamburger machen möchten, sollten Sie auf keinen Fall Fertighackfleisch aus dem Supermarkt kaufen. Gehen Sie zum Metzger Ihres Verrauens und lassen Sie sich dort das Hackfleisch frisch zubereiten. So können Sie auswählen, welche Stücke durch den Fleischwolf gedreht werden.
  • Denn an Hackfleisch kann man schlecht erkennen, welche verschiedenen Fleischsorten zur Herstellung verwendet wurden. Denn die Prionen findet man nicht im Muskelfleisch eines Tieres, sondern eher im Gehirn oder im Rückenmark. Essen Sie Fleisch nie roh, erhitzen Sie es vor dem Verzehr.