Buntnessel: Farbenprächtiger Liebling der Deutschen

Die Buntnessel ist wegen ihrer leuchtenden Farbenpracht der Leibling der deutschen Zimmerpflanzen.


Botanischer Name: Solenostum Scutellarioides

Allgemein
Die Buntnessel gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen und das nicht nur weil sie so pflegeleicht ist. Die ursprünglich aus Afrika und Asien stammende Pflanze beeindruckt mit einer riesigen Artenvielfalt, die sich durch ganz unterschiedliche Blattfärbungen auszeichnen. So weist etwa „Juliet Quartermain“ eine schokoladenbraune Farbe und gerüschte Blätter auf, während die „Verschaftelii“ über eine prächtige dunkle samtiggrüne Farbe verfügt. „Walter Turner“ kann ganz besonders dekorativ in Szene gesetzt werden, wenn Sie die mokkabraune Pflanze in einen gleichfarbigen Übertopf stellen. So kommen die hellgrünen Blattränder besonders gut zur Geltung.
Buntnesseln bilden auch Blüten aus. Da diese jedoch nicht besonders schön sind, sollten Sie sofort entfernt werden, damit die ganze Kraft den Blättern zur Verfügung steht.

Standort
Sie haben selbst Einfluss auf die Farbenpracht Ihrer Buntnessel: Umso sonniger die Pflanze steht, desto schöner ist die Blattfarbe. Ein vollsonniger Standort ist also am besten, die pralle Mittagssonne verträgt die Buntnessel jedoch nicht. Da es mit der Sonne im Winter bekanntlich nicht zum Besten steht, wirkt die Pflanze auch blässer als im Sommer: Rot und Gelb sind weniger stark ausgeprägt, Grün steht nun im Vordergrund.
Ist der Sommer heiß und trocken, kann die Buntnessel auch auf dem Balkon eingesetzt werden, jedoch erst ab Mai. Ist der Winter sehr kalt, sollte sie wieder ins warme Zimmer umziehen, ideale Wintertemperaturen sind zwischen 12 und 15 Grad.

Pflege
Wichtigster Aspekt bei der Pflege ist die Einhaltung des pH-Werts, dieser sollte sowohl beim Wasser, bei der Erde und Dünger bei 4,5 liegen. Das Gießwasser sollte vor Gebrauch abgekocht werden. Buntnesseln können in kalkfreie Erde gepflanzt werden, alternativ ist auch Hydrokultur möglich. Bei dieser muss jedoch darauf geachtet werden, dass immer genügend Nährlösung vorhanden ist.
Buntnesseln brauchen sehr viel Wasser, besonders im Sommer. Lassen Sie die Pflanzen nie austrocknen, da sie sonst schnell eingehen. Bemerken Sie braune Stellen, sollten Sie die Buntnessel in einen Eimer mit zimmerwarmen Wasser stellen. Ist es zusätzlich sehr trocken, ist es angeraten, die Pflanze zusätzlich zu besprühen.
Von Mai bis September wird die Pflanze einmal wöchentlich mit einem kalkfreien Produkt gedüngt.
Umtopfen ist meist nicht nötig, da eine Vermehrung leicht möglich ist. Sollten Sie dennoch umtopfen wollen, geschieht das am besten nach dem Rückschnitt, setzen Sie die Pflanze dann in hochwertige Beutelerde.
Junge Pflanzen sollten gleich zu Anfang gestutzt werden, damit sie schön buschig wachsen.

Vermehrung
Theoretisch können Buntnesseln mehrere Jahre alt werden, nach einem Jahr sehen die Pflanzen aber nicht mehr so schön aus, aber eine Vermehrung durch Stecklinge ist ja denkbar einfach. Hierfür schneiden Sie drei bis vier Blattpaare ab und entfernen das unterste. Setzen Sie drei Stecklinge in einen Topf mit Erde oder stellen sie in ein Glas mit Wasser. Im Frühjahr werden die ausgewurzelten Stecklinge in einen anderen Topf gesetzt.
Sie können sich eine Buntnessel aus Samen auch selbst heranziehen. Im Handel sind für diesen Zweck sogenannte Regenbogenmischungen erhältlich. Diese feinen Samen werden dünn in einen Topf mit qualitativ hochwertiger Samenerde gebracht. Feuchten Sie die Erde nun an und bedecken den Topf anschließend mit einer durchsichtigen Folie. Sobald sich die ersten Keimblätter zeigen, erntfernen Sie die Abdeckung. Während des ganzen Wachstumsprozesses müssen Sie darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet.

Schädlinge und Krankheiten
Steht die Pflanze zu warm und trocken, können Blattläuse auftreten. Sobald diese entdeckt werden, müssen sie bekämpft werden. Manchmal können auch Spinnmilben, Schmierläuse oder weiße Fliegen zum Vorschein kommen. Bei diesen lohnt eine Bekämpfung kaum.
Braune Blattränder und -spitzen hingegen sind entweder ein Anzeichen für Wassermangel oder für übermäßige Salzbildung im Topf. Tauchen Sie die Pflanze in Wasser und tauschen Sie den Topf aus.
Sieht eine ältere Pflanze allgemein schwach und bräunlich aus, ist es Zeit für eine Vermehrung durch Stecklinge.
Wirken die Blätter nicht leuchtend, steht die Pflanze eventuell nicht hell genug.