Burnout erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Das Burnout-Syndrom ist in aller Munde und wird von vielen Menschen gefürchtet. Dabei kann einem Burnout mit der richtigen Lebenseinstellung und ein paar Tipps vorgebeugt werden. Ist der Burnout bereits eingetreten, helfen wirksame Behandlungsmethoden.


Der Mensch lebt in einer Leistungsgesellschaft, in der von ihm erwartet wird, dass er perfekt funktioniert: am Arbeitsplatz, beim Sport, in der Familie. Der Manager muss seinen Betrieb bis zum Jahresende aus den roten Zahlen führen, sonst bekommt ein anderer den Job. Die Frau pflegt mit Hingabe ihre kranke Mutter – so erwartet es die Familie von ihr. Und der Sohn kämpft in der Schule um den Notendurchschnitt, der ihm den gewünschten Studienplatz sichert. Doch der Mensch ist keine Maschine und die Rechnung für den hohen Leistungsdruck kommt häufig in Form eines Burnouts.

Zu hoher Leistungsdruck schlägt in Frust um

  • Wenn der Betrieb in den roten Zahlen bleibt, wenn die Pflege der Mutter immer aufwendiger wird, wenn der Studienplatz unerreichbar ist, schlägt der Leistungsdruck um in Frust und Überdruß. Die eigentlichen Ziele werden von den Betroffenen aus den Augen verloren.
  • Das erste Anzeichen für einen Burnout ist der Verlust der Motivation, die zuvor für den Antrieb in der stressigen Lebenslage gesorgt hat. Oft kommen Antriebslosigkeit im Alltag hinzu. Einige Betroffene schaffen es dann nicht mehr, sich und ihren Haushalt zu versorgen.
  • Müdigkeit, Gereiztheit und Depressionen sind die Folge eines Burnouts. Das Umfeld reagiert gerade bei beruflich erfolgreichen Menschen oft mit Unverständnis, gilt ein sicherer und ausfüllender Job doch in der heutigen Gesellschaft als Glücksgarant.
  • Zunehmend erkranken auch Hausfrauen und -männer an einem Burnout. Sie empfinden die Verantwortung, die auf ihnen lastet, als zu groß und können sich nicht für die alltäglichen Aufgaben motivieren.
  • Der psychische Druck bei einem Burnout äußert sich auch in einer erhöhten Infektanfälligkeit oder chronischer Erschöpfung. Den Schlaf empfinden Betroffene selten als erholsam.

Burnout erkennen und behandeln

  • Sind Ihnen die oben genannten Symptome bei sich oder einem Angehörigen bekannt, dann scheuen Sie keine ärztliche Hilfe oder eine Therapie. Anlaufstellen in Ihrer Umgebung können Sie bei der Therapeutensuche unterstützen und in der Wartezeit auf einen Therapieplatz helfen.
  • Ein einfacher Urlaub hilft nicht gegen Burnout. Der Stress in fremder Umgebung kann die Symptome oft noch verschlimmern.
  • Eine zeitnahe Behandlung ist wichtig, damit Sie sich nicht über viele Monate oder Jahre hinweg mit der Krankheit belasten. Je länger der Burnout dauert, desto mehr Zeit wird auch seine Behandlung in Anspruch nehmen.
  • Stellen Sie sich mithilfe eines Arztes oder Therapeuten den Ängsten, die zu Ihrem Burnout geführt haben. Häufig sind dies die Angst zu versagen, den Erwartungen der Familie nicht zu genügen oder auch die eigenen Ziele nicht zu erreichen.

Den Teufelskreis durchbrechen

  • Hinterfragen Sie Ihren Lebensstil kritisch und schaffen Sie eine angemessene Work-Life-Balance. Zwölf Stunden und mehr Arbeit täglich sind zu viel.
  • Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass nur der viel leisten kann, der viele Überstunden macht. Leistung definiert sich nicht über die Zeit, die man am Arbeitsplatz verbringt. Nutzen Sie die Arbeitsstunden effektiv und gönnen Sie sich zum Feierabend ausreichend Erholung. Pflegen Sie Hobbies.
  • Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Sie sind einzigartig in Ihren Leistungen. Der Wunsch, noch besser zu werden, ist nicht verkehrt. Der Wunsch, so wie jemand anderes zu sein, baut hingegen eine unerreichbare Erwartungshaltung an Sie selbst auf.
  • Schaffen Sie für sich, aber auch für vom Burnout betroffenen Angehörige, einen guten Freizeitausgleich. Bewegung und Sport können Depressionen und einem Burnout entgegenwirken.
 

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