Business-Etikette: Umgangsformen im Beruf

Wer beruflich vorankommen möchte, muss die Regeln der Business-Etikette aus dem Effeff kennen. Wir frischen Ihr Wissen nochmal auf.


Ihr erster Arbeitstag im neuen Unternehmen steht an und Sie haben schon jetzt feuchte Handflächen, weil Sie befürchten, das Sie in Sachen Business-Etikette keine Ahnung haben? Diese Angst ist völlig unbegründet, mit einem gewissen Maß an Höflichkeit, guten Umgangsformen und Respekt gegenüber den Mitmenschen sollte auch der Einstieg in einen neuen Job kein Problem darstellen.

Geheimnisvolles Wesen namens Chef

  • Zu den wichtigsten Hürden, die genommen werden müssen, gehört sicherlich der Umgang mit dem Chef. Wie stelle ich mich ihm vor, welche Anrede ist angemessen und wer hat den Vortritt, wenn der Fahrstuhl kommt? Wer Glück hat, erwischt einen Vorgesetzten mit guten Führungsqualitäten und hoher Sozialkompetenz. In diesem Fall brauchen Sie keine Scheu vor eventuellen Knigge-Patzern zu haben. Auch Ihr Chef ist ein Mensch, der Ihre Unsicherheit sicher verstehen wird und angemessen darauf reagiert. Aber auch beim Prototyp „Macho ohne Kompetenz“ darf man seine gute Kinderstube nicht vergessen, sondern muss versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

Netiquette: E-Mail-Verkehr im Job

  • E-Mails, die Sie an Ihren Schatz oder an die beste Freundin schreiben, dürften sich vom Stil her beträchtlich von einer Geschäftsmail unterscheiden. Sie sollte es. Elektronische Post an Vorgesetzte und Kollegen folgen denselben Regeln wie normale Geschäftsbriefe, dennoch dürfen Sie im Sonderfall sogar Smileys verwenden.
  • Sobald Sie auf Senden gedrückt haben, ist alles zu spät, deshalb scheuen Sie sich nicht, die Mail vor dem Abschicken erneut durchzulesen. Achten Sie besonders auf Rechtschreibung – Kleinschreiber gelten als unhöflich und faul – und eine prägnante Betreffzeile. Letztere ermöglicht dem Empfänger, Ihr Anliegen sofort einzuordnen, das spart wertvolle Zeit.
  • Hüten Sie sich davor, ganze Romane in Ihre Mail zu schreiben. E-Mails sind immer noch Kommunikationsmittel, die schnell informieren sollen. Ist die elektronische Post aber zu lang, riskieren Sie, dass der Empfänger ungeduldig wird und nicht mehr weiterliest. Beim Verfassen sollten Sie immer die Position des Empfängers im Hinterkopf behalten, bei Kollegen genügt ein „Hallo“, auch Smileys sind hier erlaubt, wird jedoch der Chef angeschrieben, sollte der Umgangston förmlicher sein.

Business-Etikette auf Betriebsfeiern

  • Eine echte Bewährungsprobe für Ihre Karriere sind Betriebsfeiern – ob Ausflug in den Freizeitpark, Weihnachtsfeier oder eine private Veranstaltung im Hause des Vorgesetzten, Fallen lauern überall. Sie dürfen niemals vergessen, dass der Anlass, egal wo Sie sich befinden, immer noch betrieblicher Natur ist. Die Kunst besteht nun darin, sich zu amüsieren, ohne aus Ihrer Rolle als Angestellter zu fallen.
  • Dresscode: Auch wenn es keine schriftlichen Vorgaben zur Kleiderwahl gibt, sollten Sie nicht in der alten Lieblingsjeans und dem zerfleddertden Shirt mit Ihrem favorisiertem Popstar auftauchen. „Casual“-Style ist immer richtig, für die Männer heißt das eine saubere Jeans und ein gebügeltes Hemd, für die Damen Rock oder Hose mit Bluse.
  • Vorsicht Fettnäpfchen: Sie bemerken, wie Sie langsam beginnen, unangenehm zu riechen oder haben im Haus des Chefs auf die Couchgarnitur gekleckert? Mit Höflichkeit, Charme und etwas Selbstkritik ist auch so ein Fettnäpfchen leicht zu umschiffen. Seien Sie ehrlich, entschuldigen Sie sich und niemand wird Ihnen böse sein oder Sie als unangenehm in Erinnerung behalten.
  • Man macht Ihnen ein Duz-Angebot: Hierbei kommt es ganz darauf an, wie die Sympathien verteilt sind. Wollen Sie die betreffende Person am nächsten Tag im Büro auch noch duzen, dann nehmen Sie das Angebot ruhig an. Schwieriger wird es, wenn Kunden oder gar der Chef plötzlich zutraulich werden. In so einem Fall sollten Sie höflich ablehnen und darauf hinweisen, dass Sie sich mit dem „Sie“ wohler fühlen.