Callanetics Übungen: Fast vergessenes Fitnessprogramm

Callanetics Übungen sind fast schon aus der Mode. Ist es besser als Gymnastik-Neuling Pilates? Wir klären auf.


Die von der Amerikanerin Callan Pinckney entwickelten Callanetics Übungen waren besonders in den Neunzigern ein großer Hit, sind heute jedoch fast gänzlich aus den Fitnessstudios verschwunden. Vorn allem Untrainierte sollten von den sanften Übungen profitieren, doch das Konzept hat seine Schwächen.

Gymnastik deluxe
Ziel des Callanetics-Konzepts – einer Mischung aus Ballett, Gymnastik und Yoga – ist eine tiefreichende Stärkung der Muskulatur und somit eine Straffung fetten Fleisches. Typisch für die Übungen sind sanfte und langsame Bewegungsabläufe, die bis zu 100 Mal wiederholt werden. Bleibt man am Ball, wird man mit einer größeren Dehnungsfähigkeit und einer besseren Körperhaltung belohnt.
Für Callanetics sind keinerlei Geräte oder Hilfsmittel nötig, sodass die Übungen auch bequem von zuhause aus durchgeführt werden können.

Schwächen
Das klassische Callanetics hat einige Schwächen, die jedoch mit ein wenig Fitnesserfahrung leicht ausgeglichen werden können. So ist beispielsweise eine Aufwärmphase nicht vorgesehen. Somit erhöht sich das Risiko von Verletzungen beträchtlich. Auch Dehnungsübungen gehören nicht zur klassischen Callanetics, es wird bereits ein gewisser Grad an Flexibilität vorausgesetzt. Wird jedoch im Vorfeld nicht genug gedehnt, drohen Verspannungen der Muskeln und eine Schädigung der Gelenke. Ein weiterer Minuspunkt ist die Konzentration auf Bauch, Beine und Po, der Schulter-, Arm- und Stützbereich wird vernachlässigt. Auch Musik sollte laut Pinckney nicht zum Einsatz kommen, die jedoch hat sich bewährt, um die Motivation zu steigern. Außerdem hat Callanetics keine positiven Auwirkungen auf Ausdauer und Kondition.

Ganzheitliches Fitnessprogramm
Ausgebildete Trainer ergänzen das Prorgamm selbst um die nötigen Elemente.
So sollten Übungen zur Stärkung der Rückenmuskultaur unbedingt mit einbezogen werden. Es ist des Weiteren darauf zu achten, dass die Bewegungen so zusammengestellt sind, dass alle Muskelgruppen einzeln be- und anschließend entlastet werden. In Fitnessstudios hat die Weiterentwicklung von klassischen Callanetics Übungen die Bezeichnung Ganzkörpergymnastik erhalten.

Callanetics vs. Pilates
Beide Programme sind darauf ausgerichtet wabbeliges Fleisch in eine straffe, ansehnliche Silouette zu verwandeln. Aber was ist effektiver?
Die Erfahrungsberichte sprechen hier leider keine eindeutige Sprache. Die Teilnehmer, die beides ausprobiert haben, scheinen aber Pilates den Vorzug zu geben. Die Übungen sollen sanfter und besonders bei Rückenschmerzen wesentlich wirksamer sein. Übergewichtige, die bislang noch kaum Erfahrung mit jedweder Art von Bewegung haben, sollten sich zunächst an Pilates versuchen, da hier den Gelenken und der Wirbelsäule – beides Problembereiche bei Dicken – größere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Auch wird berichtet, dass die Pilates-Übungen sanfter sind und man daher nicht so leicht an seine physischen Grenzen stößt. Die Motivation dabeizubleiben, kann so wesentlich länger aufrechterhalten werden.