Caniphedrin: Wirkung und Nebenwirkungen

Indikation, Wirkung und Nebenwirkungen von Caniphedrin in der tierärztlichen Medizin.


Caniphedrin wird in der tierärztlichen Medizin bei inkontinenten Hunden eingesetzt. Diese Störung tritt vermehrt nach Kastrationen auf. Früher in schweizer Apotheken freiverkäuflich erhältlich, darf das Medikament, nach Meldungen mehrfachen Missbrauchs, nur noch auf ärztlicher Verschreibung und gegen Rezept verkauft werden. In der Tiermedizin wird es ausschließlich an kastrierte Hunde verabreicht. Caniphedrin gehört zu den sogenannten Alkaloiden und wird auf Grund seiner Wirkungen in die Gruppe der Sympathomimetika eingestuft.

Wirkung und Verabreichungsmodus
Der in Caniphedrin enthaltene Wirkstoff heißt L-Ephedrin HCL und ist erhältlich in 20 oder 50 Milligramm-Dosierung. Er wird aus Pflanzen der Ephedra-Gattung gewonnen. In der chinesischen Medizin wird dieses Kraut seit über fünftausend Jahren bei Menschen als Kreislaufsstimulator, zur Fiebersenkung oder auch als Hustenmittel verwendet. L-Ephedrin bewirkt bei Hunden eine Verbesserung der Schließmuskelfähigkeit. Die Tabletten werden in der Regel dem Futter beigemischt. Die Dosierung legt der Tierarzt unter Berücksichtigung von Gewicht und gesundheitlicher Zustand des Hundes fest. Manchmal beginnt die Therapie mit einer höheren Dosis und wird dann entsprechend reduziert. Es ist in jedem Fall ratsam, hier die Anweisungen des Tierarztes zu befolgen und keine Veränderungen ohne Absprache vorzunehmen. Wie lange es dauert, bis die Wirkung eintritt, wird von Tierbesitzern unterschiedlich dokumentiert. Einige berichten bei Anwendung von Caniphedrin teilweise von einer kurzfristig nachweisbaren Besserung. Andere wiederum stellen nur eine bedingte Wirkung fest. In vereinzelten Fällen ist sogar von einer ausbleibenden Wirkung die Rede.

Nebenwirkungen
Ursprünglich für die späteren Verwendung in der Humanmedizin an Hunden getestet, wurden bei der Verabreichung von Ephedrin in Selbstversuchen oder an Probanden, unter anderem dauerhafte Erhöhung der Blutdruckwerte, erhöhte Herzfrequenz, Verengung der Blutgefäße und Erweiterung der Pupillen beobachtet. Ephedrin wird von Menschen oft als Dopingmittel oder Partydroge eingenommen. Eine Stimulation des zentralen Nervensystems ist daher unumstritten. Manche Hundebesitzer stellten bei behandelten Tieren ein stärker auftretendes Aggressionspotenzial fest. Nebenwirkungen treten vor allem bei falscher, beziehungsweise Überdosierung, bei bestehenden Grunderkrankungen oder gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten verstärkt auf. Hundebesitzer sollten vom ersten Tag der Behandlung mit Caniphedrin an, die behandelten Hunde beobachten und auftretende Veränderungen aller Art dem Tierarzt unverzüglich mitteilen, damit eventuelle Anpassungen der Dosis oder gar die Einstellung des Medikaments zeitnah eingeleitet werden können.