Vor wenigen hundert Jahren gab es das beschauliche Nordseeheilbad noch gar nicht. Erst vor etwa 250 Jahren ist es nach und nach durch systematische Landgewinnung mithilfe von Deichen entstanden. Stück für Stück wurde aus der Nordsee fruchtbares Marschland, das heute von den Einheimischen bewohnt wird. Namensgeberin ist die Frau des Ortsgründers Georg Albrecht von Ostfriesland.
Carolinchens Lebensraum
Gleich vor den Toren Carolinensiels eröffnet sich dem Auge ein einzigartiges Bild. Wenn sich die Nordsee zurückgezogen hat, bleibt feuchter Schlickboden zurück, das Watt. Unzählige Lebensformen haben sich hier niedergelassen, Watvögel, Seehunde und sogar Schweinswale schauen ab und an mal vorbei. Doch erst, wenn man genauer hinsieht, entdeckt man auch die kleinsten Bewohner des Watts: Einsiedlerkrebse, Herzmuscheln und Borstenwürmer.
Unter dem Einfluss von Ebbe und Flut hat sich ein einmaliger Lebensraum herausgebildet, der auch Menschen in seinen Bann ziehen wird.
Doch Carolinensiel ist mehr als Watt. Urwüchsige Dörfer, die sich liebevoll um die Harle gruppieren, Windräder, die sich bei einer leichten Nordseebrise ihre Kreise drehen und die kilometerlangen grünen Deiche.
Lichter-Meere
Carolinensiel ist nicht wie andere Heilbäder an der Nordsee, denn es ist das einzige Bad, das gleich drei Häfen aufweist. Besonders beeindruckend ist der Museumshafen mit seinen schwimmenden Oldtimern, den historischen Plattboden-Seglern. Rund um den Hafen sind lauschige Cafés, Bäckereien und bunte Marktstände angeordnet, sodass Sie sich nach einem anstrengenden Museumsbummel ein wenig stärken können. In der Vorweihnachtszeit wird der Hafen von tausenden Lichtern illuminiert, sogar einen schwimmenden Weihnachtsbaum gibt es. Selbst der Nikolaus kommt über den Wasserweg, um den Kleinen eine kleine Freude zu machen.
Moin Moin aus Carolinensiel
Dass das Nordseeheilbad direkt am Meer liegt, ist allerorten deutlich spürbar. Sogar das Wahrzeichen der Stadt – Carolinchen, ein weißer Seehund – steht ganz im Zeichen des Lebensraums Meer. Im Nationalparkhaus wird dieser sogar interaktiv. Es darf angefasst, gebastelt und gefragt werden. Im Sielhafenmuseum wird gezeigt, wie das Leben in einem Sielhafenort – wie es auch Carolinensiel ist – früher war und wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat. Im Kapitänshaus und der Alten Pastorei warten ständig wechselnde Ausstellungen auf den Besucher.
Die Feste des Ostfriesen
Der Ostfriese feiert gern. Er tut es lange und ausufernd. Beispiele für die Liebe zum Fest gibt es viele. Rund ums Jahr finden eine Reihe Veranstaltungen statt, bei denen auch Urlauber willkommen sind. Das Fest an der Friedrichsschleuse, das Straßenfest, bunte ostfriesische Abende oder die längste Punschmeile der Welt am Silvesterabend – langweilig wird es niemals. Lauschen Sie den maritimen Klängen der Shanty-Chöre, trinken einen Becher Original Ostfriesentee und planen innerlich schon den nächsten Urlaub in Carolinensiel.