Carotinoide: Heilpflanzen als Gemüse

Fast so wirksam wie Medikamente sind die Carotinoide bestimmter Heilpflanzen - sie wirken sich positiv auf das Immunsystem aus und können freie Radikale abwehren.


1831 isolierte der Chemiker Heinrich Wackenroder erstmals eine Kohlenwasserstoffverbindung aus Karottten, er nannte dies Carotin. Bereits wenige Jahre später nannte man alle Farbstoffe dieser Gruppe Carotinoide. Heute kennt man etwa 650 unterschiedliche Carotinoide, etwa 50 können vom Menschen in das Vitamin A umgewandelt werden, auch haben diese Pflanzenstoffe ein antioxidierendes Potential.

Wichtig für Photosynthese
Bei Carotinoiden handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, also bioaktive Farb- und Aromastoffe. Carotinoide können von Bakterien, Algen, Pilzen und Pflanzen synthetisiert werden. Generell sind sie für jede Pflanze die Photosynthese betreibt, wichtig, da sie das Chlorophyll vor einem oxidativen Abbau schützen, außerdem sind sie an der photosynthetischen Lichtabsorption beteiligt. Da Carotinoide fettlöslich sind, reichern sie sich auch in einigen tierischen Geweben an und sorgen so unter anderem für die orangene Farbe des Lachsfleisches.

Vielseitig wirksam
Die Pflanzenstoffe haben eine ähnliche Wirkung wie Medikamente und gelten somit auch als Heilpflanzen. Sie können das Immunsystem stärken, schützen Zellen vor Giftstoffen, wehren krebsauslösende Gifte ab, kurbeln die Selbstheilungskraft an und aktivieren körpereigene Reparatursysteme.

Carotine und Xanthophylle
Man unterteilt Carotinoide anhand ihrer chemischen Struktur in sauerstofffreie, also Carotine, und sauerstoffhaltige (Xanthophylle) Pflanzenstoffe. Carotine stecken in vielen verschiedenen orangenen, gelben oder roten Gemüse- und Obstsorten. Sie weisen eine hohe Hitzestabilität auf. Meist sind sie aus gekochten Speisen für den menschlichen Organismus sogar leichter verfügbar als roh. Die größte Menge steckt dabei in den äußeren Blättern oder der Schale. Xanthophylle stecken vor allem in grünblättrigem Gemüse, bei Erhitzung gehen etwa 50 Prozent verloren. Das Carotinoidspektrum im Plasma des Menschen ist abhängig von den Essgewohnheiten. Generell spielen in der Ernährung nur Alpha- und Beta-Carotin und Beta-Carotin eine Rolle. Damit man mit ausreichend Carotinoiden versorgt ist, sollte man täglich zu den empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse greifen – mehr des Wirkstoffes steckt übrigens im Gemüse als im Obst.

Wo steckts drin?

  • Alpha-Carotin: Kürbis
  • Lycopin: Tomate, rosa Grapefruit, Guave
  • Xantophylle: Kohl, Spinat, Paprika
  • Beta-Carotin: Löwenzahn, Holunderbeeren, Eisenkraut, schwarzer Tee

Verschiedene Wirkungen so wie Heilpflanzen
Carotinoide wandeln das Provitamin A in Vitamin A um. Es handelt sich bei ihnen um wirkungsvolle Antioxidantien, sie können, genau wie Flavonoide und Vitamine C und E, Radikale (also reaktive Verbindungen) unschädlich machen. Dadurch wirken sie vorbeugend gegen eine Reihe von Krankheiten. Außerdem werden sie als Sonnenschutz für die Haut eingesetzt und schützen nicht nur vor der UV-Strahlung und den dabei entstehenden Radikalen, sondern stärken auch die körpereigenen Abwehrkräfte. Des Weiteren vermutet man, dass einige Carotinoide die Zellkommunikation durch Kanäle fördern, dies könnte Krebserkrankungen verhindern. Auch können sie sich positiv auf die Blutfettwerte auswirken.