Cellulite Creme - Problem einfach wegcremen?

Ist Cellulite eine Hautkrankheit die man mithilfe einer Cellulite Creme einfach wegcremen kann?


Unzählige Frauen greifen jeden Tag zu ihrer Cellulite Creme und versuchen ihre Cellulite-Dellen wirksam wegzucremen. Von mirakulösen Inhaltsstoffen- Elastin-Peptiden, Liposomen oder Bentonit-Erde- ist da die Rede, sie alle versprechen ein harmonisiertes Hautbild in wenigen Wochen dauerhafter Anwendung. Doch warum sucht ein Großteil der Frauen nach immer neuen Wunderwaffen im Kampf gegen die Orangenhaut?

Du bist nicht allein
Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Frauen unter Cellulite leiden. Es ist keineswegs nur ein Phänomen der übergewichtigen Sportmuffel, auch schlanke Frauen sind betroffen. Die Ursachen sind vielfältig, der Hauptgrund findet sich aber in der Haut selbst. Während das Bindegewebe bei Männern netzartig verknüpft ist, ordnen sich die bei Frauen unter dem Fettgewebe verlaufenden Bindegewebsstränge parallel an. Bei überschüssigen Fettzellen drängen sich diese aus der Linien-Struktur heraus und verursachen die typischen Dellen auf der Haut. Auch die hormonelle Komponente spielt eine wichtige Rolle, so schwellen die Kollagenbänder im Rhythmus des hormonellen Zyklus abwechselnd an und ab. Zusätzliche Hormonpräparate wie die Antibabypille verschlechtern die Dellen oftmals noch. Auch Faktoren wie Übergewicht, rauchen oder mangelnde Bewegung haben schädigende Einflüsse auf die Ausprägung der Cellulite.

Orangenhaut ausschließlich ästhetisches Problem
Bei Cellulite handelt es sich ausschließlich um eine biologische Erscheinung, also eine normale Veränderung des Bindegewebes. Mit den so oft ins Feld geführten Schlackenstoffen- nicht abgebaute Zahnverfärbungen, freie Radikale und andere schädliche Einflüsse- hat Cellulite indes wenig zu tun. So kann eine Mineralisierung und Befeuchtung des Bindegewebes durch eine Cellulite Creme oder andere Wundermittel auch keine Heilung versprechen, weil sie nicht in der Lage sind, die formgebende Hautstruktur zu verändern. Auch Lymphdrainagen, Bodywrapping und endermologische Verfahren vermögen lediglich Placebo-Effekte zu erzielen. Einzig plastisch-ästhetische Eingriffe können, wenn doch keine komplette Abhilfe schaffen, so doch das Hautbild deutlich verfeinern und ebenmäßiger gestalten.

Problem ohne Leiden
Sowohl über die Bezeichnung selbst, die Ursachen, aber auch die diversen Behandlungsmöglichkeiten bestehen zahlreiche Missverständnisse. Vor allem die Kosmetikindustrie scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, den Frauen ein Schreckensbild zu zeichnen: Mit den Dellen sei man unattraktiv, fast schon entstellt, mit kurzem Rock dürfe man sich im Sommer gar nicht mehr auf die Straße wagen, wenn man keine mitleidsvollen Blicke oder hämische Kommentare ernten will. In zahlreichen Kummerkästen berichten verzweifelte Frauen von ihren leidvollen Erfahrungen im täglichen Leben. Sie baden sich im hausgemachten Selbstmitleid, beklagen, dass man auf dem Markt der ewigen Jugend nichts mehr wert sei mit dieser unansehnlichen Dellenhaut. Schleunigst müsse dieses Problem angegangen werden. Natürlich, schließlich geht es um Milliardenumsätze. Es ist eines dieser geschickt gestreuten Mythen, die Frauen dazu bewegen sollen, viel Geld in ein Problem zu stecken, das in Wirklichkeit gar keines ist.