Chanukka - das Lichterfest der Juden

Die alljährlich acht Tage im Winter begangene Feier Chanukka, hat neben ihrer religiös-historischen Bedeutung vor allem den Charakter eines häuslichen Familienfestes. Man isst zusammen und die Kinder erhalten Süßes und Geschenke.


Ursprünglich galt Chanukka („Neueinweihung“) im jüdisch-religiösen Festkalender lediglich als zweitrangig und wurde nur relativ beiläufig beim Gottesdienst sowie mit dem Anzünden eines Leuchters im häuslichen Bereich gewürdigt. Inzwischen hat sich das Fest allerdings in vielen jüdischen Haushalten zu einem stark gewichteten Familien- und Geschenkefest entwickelt.

Ursprung und Bedeutung von Chanukka
An Chanukka feiern die Juden den Sieg der Makkabäer, im Jahr 164 vor Christi über die damals in Jerusalem regierenden syrisch-seleukidischen Herrscher. Nach dem Sieg über die aus jüdischer Sicht heidnischen Syrer und deren Vertreibung, wurde der durch die Heiden entweihte Jerusalemer Tempel gereinigt und neu geweiht. Die Herstellung von neuem geweihtem Öl, als Ersatz für das durch die Heiden verunreinigte Sakralöl, dauerte acht Tage. Der Überlieferung nach, gab es aber nur noch für einen Tag geweihtes Öl für die rituelle Lampe im Tempel – die Menora – die niemals erlöschen durfte. Durch ein Wunder reichte dieser Eintagesvorrat aber schließlich acht Tage und die Menora erlosch nicht.

Der achtarmige Leuchter Chanukkia
Das Licht ist von zentraler Bedeutung bei der Begehung dieser Feier. Im Gegensatz zur üblichen siebenarmigen Menora, hat der Leuchter an Chanukka – die sogenannte Chanukkia – acht Arme. Für jeden Tag des Lichtwunders einen. In der Regel ist ein besonderer, weiterer Lichthalter an der Chanukkia angebracht. Mit diesem „Dienerlicht“ werden die anderen Lichter angezündet.

Ablauf des Lichterfestes
Das Fest beginnt am 25.Tag, des Mitte November beginnenden jüdischen Monats Kislew. 2010 fiel der 25. Kislew auf den 2. Dezember. 2011 wird es der 21. Dezember sein. Während des Festes werden am jedem Tag nach Sonnenuntergang Segenssprüche ausgesprochen („Brachot“) und jeweils ein Licht angezündet, bis schließlich alle Lichter, in der Regel Kerzen oder Olivenöllämpchen, leuchten. Danach wird gebetet und gesungen. Das Licht hat rein kultischen Charakter und darf nie für profane Zwecke, wie etwa die Raumerhellung missbraucht werden. Nach Möglichkeit soll die Chanukkia in ein Fenster gestellt werden, damit das Lichtwunder öffentlich gemacht wird. Oft werden an den Abenden Verwandte und Freunde eingeladen, reichlich in Öl gebackene Speisen gegessen und fröhliche Hausfeste gefeiert. Die Kinder bekommen an Chanukka Geschenke und Süßigkeiten.