Chemieberufe - von der Laborluft bis zur Marketingwelt

Ein Chemiestudium bildet eine gute Basis für Chemieberufe mit spannenden Tätigkeiten in der Forschung oder Wirtschaft.


Seit den letzten Jahren ist auf dem Arbeitsmarkt ein Trend zu verzeichnen, dass Chemiker nicht nur in das klassische Arbeitsfeld der Forschung gehen. Stattdessen erschließen immer mehr Chemieabsolventen Tätigkeitsfelder in der privaten Wirtschaft. Chemiker sind heute in verschiedenen Branchen, beispielsweise der Kosmetik, Lebensmittel, Pharma, Farb- und Reinigungsmittel zu finden. Aber auch in der Unternehmensberatung gibt es gute Karrieremöglichkeiten für Chemiker, da sie gerne für die Kundenbetreuung der chemischen Industrie eingesetzt werden.
Weitere interessante Chemieberufe gibt es beispielsweise in Bereichen des Patentrechts und Chemikalienrechts großer Konzerne. Als Quereinsteiger im Marketing, Vertrieb, Außendienst, Bank- und Versicherungswesen oder den Medien sind Chemiker aufgrund ihres fachlichen Wissens ebenfalls sehr gefragt. Der Einstieg erfolgt hier oft über ein Traineeprogramm, in denen sie sich fehlende BWL-Kenntnisse aneignen können.

Promotion immer noch ein wichtiges Einstellungskriterium
Ob sich ein Chemieabsolvent jedoch eher in der Forschung oder der Privatwirtschaft sieht, muss jeder für sich klären. Diese Entscheidung mussten Studenten der „alten“ Studiengänge in den letzten Jahren oft erst in der Abschlussphase des Diploms oder der Promotion fällen. Durch die Umstellung zum Bachelor und Master wird die berufliche Orientierung den Studenten weit früher abverlangt.
Zudem müssen sich die jetzigen Studenten schon nach ihrem Bachelorabschluss für eine Fachrichtung spezialisieren. Ihr breitgefächertes Wissen, welches Chemieabsolventen in den letzten Jahren kennzeichnete, wird dadurch sicherlich eingeschränkt. Auf dem Arbeitsmarkt wird Letzteres jedoch weiterhin gefordert und die Promotion stellt immer noch ein wichtiges Einstellungskriterium seitens der Arbeitgeber dar.
Für manche Berufsfelder außerhalb der Forschung wie beispielsweise im Marketing, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit oder Umweltschutz ist eine Promotion jedoch nicht zwingend erforderlich.

Trotz Wirtschaftskrise sichere Arbeitsplätze und hohe Gehälter
Die Wirtschaftskrise lässt sich auf dem Arbeitsmarkt für Chemiker kaum spüren, dennoch kann sich der Berufseinstieg schwieriger gestalten. In den letzten Jahren waren auch immer wieder Übernahmen, Zusammenschlüsse und Insolvenzen in der Branche zu verzeichnen.
Im Industriesektor wird die Frage nach qualifizierten Chemikern vermutlich steigen, aufgrund von fortlaufenden Produktinnovationen beispielsweise in der Konsumgüterindustrie, die immer neue chemische Entwicklungen fordern und so Jobs für Chemiker schaffen.
Im Gegensatz zu anderen Berufen können Chemieabsolventen mit sehr guten Einstiegsgehältern rechnen. So verdienen Absolventen ohne Promotion in der chemischen Industrie im Durchschnitt um die 46.0000€ brutto im Jahr und mit Promotion sogar um die 50.000€. In anderen Branchen wird aber auch weniger gezahlt.

Karrierekick: Sozialkompetenz, BWL und Auslandserfahrung
Interessant ist, dass weniger die fachliche Spezialisierung entscheidend für den Einstieg in Chemieberufe ist, sondern vielmehr Soft Skills, betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder Informatikkenntnisse.
Besonders für internationale Konzerne sind Soft Skills im sozialen oder außeruniversitären Bereich, Auslandserfahrung sowie gute Sprachkenntnisse, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit unabdingbar. Denn immer häufiger nehmen Chemiker eine Position als Schnittstelle zwischen Marketing, Vertrieb, Einkauf oder Produktion im Unternehmen ein.
Auch im Ausland können Chemie-Absolventen auf große Aufmerksamkeit bauen. Die internationale sehr gute Anerkennung des deutschen Abschlusses in Chemie hat auch in den letzten Jahren nicht an Gewichtung verloren.