Chili - Heilung durch Schärfe

Chili besitzt antibakterielle Eigenschaften und schützt vor Bakterien und Pilzen.


Chili, eine Paprikaart, stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie wird auch Peperoni oder Cayennepfeffer genannt. Ihre Früchte, die frisch oder getrocknet verwendet werden, sind je nach Sorte scharf bis sehr scharf. In dieser Schärfe liegt auch die Heilkraft. Diese wurde bereits vor 7000 Jahren in Mexiko genutzt. Das Wissen darum ist bis heute erhalten geblieben. So hat Chili als Heil- und Hausmittel eine lange Tradition.

Keine Chance für Bakterien
Chili besitzt antibakterielle Eigenschaften und schützt vor Bakterien und Pilzen. Er hilft so bei der Konservierung und Lagerung von Lebensmitteln. Es regt die Verdauung an und bringt den Kreislauf in Schwung. Auch Zahnschmerzen und Zahnfleischbluten sollen durch das Gewürz gelindert werden. Dazu wird die Chilischote in Stücke geschnitten und zusammen mit einigen Gewürznelken in Alkohol eingelegt. Das Ganze einige Tage ziehen lassen, und dann als Mundspülung verwenden. Für empfindliche Menschen ist diese Mundspülung allerdings ungeeignet, ihr Geschmack ist stark brennend.

Capsaicin- der Heiler im Chili
Für die Schärfe im Chili ist ihr Inhaltsstoff Capsaicin verantwortlich, je nach Schärfe der Sorte ist mehr oder weniger Capsaicin enthalten. Capsaicin hat eine schmerzhemmende und entzündungshemmende Wirkung. Es fördert die Durchblutung und wirkt wärmend. Schon in den dreißiger Jahren wurde es in einem Heilpflaster verarbeitet. Heute bringen Wärmepflaster und Salben mit Capsaicin sofortige Hilfe vor allem bei rheumatischen Beschwerden und Arthrose. Sogar eine Langzeitwirkung wurde von Dr. Jan-Peter Jansen, einem Berliner Schmerztherapeut, dokumentiert. Gegenüber anderen Medikamenten hat es außerdem den Vorteil, direkt an der schmerzenden Stelle zu wirken, ohne Nebenwirkungen oder sonstigen Belastungen des Organismus. Ein schmerzlinderndes Chilipflaster können Sie sogar selbst herstellen: Tränken Sie ein Küchenhandtuch mit warmem Wasser und wickeln Sie eine zerschnittene Chilischote darin ein. Das Handtuch legen Sie auf die schmerzende Stelle. Sie spüren ein sanftes Brennen, das heilt und die Durchblutung fördert. Zu empfehlen ist dieses selbst gemachte Chilipflaster vor allem bei Muskelverspannungen oder Gelenkentzündungen. Aber Vorsicht: Wer das Brennen als schmerzhaft empfindet, sollte das Chilipflaster abnehmen.

Joghurt löscht den Brand
Beim Würzen mit Chili sollte man daran denken, das Capsaicin nicht wasserlöslich ist. Sollte das Essen zu scharf geworden sein, hilft kein Getränk. Im Gegenteil: Wasser verstärkt die Schärfe nur. Essen Sie lieber ein paar Löffel Joghurt oder Quark. Wenn nichts davon zur Hand ist, hilft zur Not hilft auch ein Stückchen Brot.