Chili schützt vor Prostatakrebs

Um Prostatakrebs vorzubeugen, sollen rote Chilischoten helfen. Der Stoff, von dem die Schärfe stammt, scheint das Wachstum von Prostata-Tumoren gleich auf mehreren Wegen zu behindern


Liebhaber von scharfen Chiligerichten verwöhnen nicht nur ihren Gaumen. Der Stoff, dem die roten Schoten ihre Schärfe verdanken, vermindert auch die Gefahr von Prostatakrebs bei Männern.

Chili schützt vor Prostatakrebs

Das haben US-Wissenschaftler herausgefunden, die auf der Suche nach Stoffen waren, die das Wuchern von Tumorzellen verhindern können. Dabei entdeckten sie, dass der in Chilischoten enthaltene Stoff Capsaicin bei Prostatakrebszellen zur so genannten Apaptosis, dem programmierten Zelltod, führt. Der programmierte Zelltod ist ein Vorgang, der im gesunden Körper dazu dient, alte Zellen durch neue zu ersetzen. Eine natürliche Erneuerung, die bewirkt, dass der Körper gesund bleibt. Aus irgendeinem Grund funktioniert dieser Mechanismus bei Tumorzellen nicht mehr. Die Gene, die sonst dafür sorgen, dass die alte Zelle abstirbt, sind ausgeschaltet.

Capsaicin

Hier kommt das Capsaicin ins Spiel. Der scharfe Stoff scheint in der Lage zu sein, den Mechanismus zu reaktivieren. Wissenschaftler der University of California stellten bei Versuchen an Mäusen fest, dass der Schotenextrakt das Wachstum von Prostata-Krebszellen um 80 Prozent gesenkt hatte. Die Wissenschaftler verabreichten den Tieren über die Nahrung Capsaicin-Mengen, die, übertragen auf den Menschen, drei wöchentlichen Dosen von 400 mg für einen 100-Kilo-Mann entsprechen würden. So viel Capsaicin steckt in drei bis acht mexikanischen Habnaera-Schoten, der schärfsten Chilisorte der Welt. Die Tumore, die die Forscher mit Capsaicin behandelt hatten, wuchsen nur bis zu einem Fünftel der Größe an, die Tumoren ohne Behandlung erreichten.

Tatsächlich wirkt der Stoff auch bei menschlichen Prostata-Tumorzellen. Das Capsaicin, so zeigte sich, verlangsamte auch das Wachstum menschlicher Zelllinien. Der Scharfmacher scheint das Wachstum von Prostata-Tumoren gleich auf mehreren Wegen zu behindern. Es beeinflusst einen speziellen Molekülmechanismus, der eine Schlüsselrolle im programmierten Absterben der Zellen spielt. Außerdem blockierte der Schotenextrakt bestimmte Rezeptoren, die Wachstumsgene steuern. Beides zusammen dämmt Wildwuchs der Krebszellen deutlich ein.