Der „Chinesischer Feuertopf“, auch Huoguo genannt, ist in ganz China sehr beliebt und wird deswegen oft für familiäre Anlässe und Feiern angerichtet. Dabei gibt es dieses traditionelle Gericht in vielen Varianten, die sich je nach Region unterscheiden. Auch in weiteren Ländern Ostasiens erfreut sich der „Chinesischer Feuertopf“ großer Beliebtheit wie in Vietnam, Korea, Japan oder Thailand. Das Geheimnis des Huoguo liegt wohl darin, dass ähnlich dem Fondue, viele Personen in geselliger Runde gemeinsam aus einem Topf essen. Denn mitten auf dem Tisch wird ein großer Kessel mit Wasser angerichtet, das durch Holzkohle in einer Feuerschale darunter erhitzt wird, daher auch der Name „Feuertopf“. Daneben werden auf Platten verschiedene kleingeschnittene Fleischsorten serviert. Darunter zum Beispiel Hühner-, Schweine- und Rindfleisch oder auch Fisch mit Meeresfrüchten. Auch Gemüse wie Pilze, Bohnensprossen, Shiitake und Wan Tans dürfen nicht fehlen. Alle diese Zutaten werden mit den Stäbchen abwechselnd in die kochende Brühe gehalten, bis sie gar sind. Die Gäste müssen ihr Essen somit eigentlich selber kochen. Dann werden die Zutaten in den daneben angerichteten Saucen auf Esstemperatur abgekühlt und gegessen. Das Beste kommt schließlich zum Schluss. Die Suppe, die sich nun im Feuertopf durch das Hineinhalten des Essens befindet, wird unter allen in der Runde verteilt. Desto mehr Leute mitessen und das Fleisch mit dem Gemüse ins Wasser halten, desto besser schmeckt dann am Ende auch die Suppe im Feuertopf. Daher ist der „Chinesischer Feuertopf“ eher etwas für Geduldige.
Der lange Weg des „chinesischen Fondue“
Dieses leckere Gericht kommt aber nicht von ungefähr. Der Feuertopf hat eine lange Tradition und war schon im 5. Jahrhundert in den nördlichen und südlichen Dynastien weit verbreitet. Heute wird erzählt, dass die Treidler aus dem Gebiet Chongqing die Erfinder des traditionellen Feuertopfs seien, da sie früher übriggebliebenes Gemüse gemischt warm gegessen haben. Denn die Zubereitung war relativ einfach gewesen und sie konnten das Gemüse und falls sie auch mal Fleisch hatten, samt der Suppe verzehren. Doch nicht nur das einfache Volk erfreute sich an diesem Gericht. Auch am Kaiserhof wurde der Feuertopf als wahrliche Delikatesse angesehen. Besonders beliebt wurde das Huoguo auch im Winter, da sie Wärme spendete. Daher wurde das Rezept durch Gewürze und Kräuter erweitert, sodass es noch mehr Geschmack hatte.
Von mild bis scharf
Heutzutage ist die berühmteste Variante des Feuertopfs die Sichuan-Art. Aber allgemein gesehen wird das Huoguo in jeder Familie anders zubereitet. Jeder hat somit sein individuelles Geheimrezept. Die Brühe im Feuertopf unterscheidet sich je nach Eigenschaften der Gewürze. Wenn mit Chili gewürzt wird, ist die Brühe schärfer und wenn nur leicht gewürzt, ist es eine leichtere, milde Brühe. Da der „Chinesischer Feuertopf“ im Geschmack so variiert und unterschiedlich ist, wird es auch überall gerne gegessen. Gleichzeitig kann man sich selber aussuchen, was man im Topf garen möchte. Und außerdem sitzt man vergnügt beieinander, während gegessen und geredet wird. Der „Chinesischer Feuertopf“ bietet also die ideale Möglichkeit, um gute Freunde zu treffen oder Familienbanketts an Festtagen zu veranstalten. Wenn einem also nicht einfällt, was man zu einem großen Familientreffen kochen soll, so kann man guten Gewissens immer auf das Huoguo zurückgreifen.