Chlamydieninfektion - Spätfolgen vor allem für Frauen dramatisch

Eine Chlamydieninfektion kann vor allem für Frauen drastische Spätfolgen haben. Aber auch für Männer können die Bakterien gefährlich werden.


Chlamydien – so ein weitverbreitetes Vorurteil – sind die lästigen "Bewohner" im weiblichen Genitalbereich, die nur Frauen Probleme bereiten. Obwohl eine Infektion mit Chlamydien für Frauen weitaus mehr Gesundheitsrisiken birgt als für Männer, kann sich ein Befall mit den tückischen Bakterien bei beiden Geschlechtern auf die gleiche unliebsame Weise bemerkbar machen.
Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kann es durch die Infektion mit Chlamydien zu Ausfluss aus der Harnröhre und Brennen beim Wasserlassen kommen. Welch schlimme Folgen eine Chlamydieninfektion sonst noch haben kann, bleibt den Betroffenen oft jahrelang verborgen.

Chlamydien – nur gesundheitsbedrohlich für Frauen?
Männer kennen die diversen „Problemchen“, mit denen Frauen hin und wieder zu kämpfen haben, weil der weibliche Genitalbereich einen idealen Nährboden für verschiedenste Keime bietet. Ähnlich wie ein Scheidenpilz nehmen Männer auch Chlamydien selten als Bedrohung für sich selbst wahr. Vielmehr gilt eine Chlamydieninfektion als eine typisch weibliche Genitalerkrankung, die ihnen nichts anhaben kann und sie daher nicht wirklich etwas angeht. Bei Fragen, die sich um die Gefahr der Ansteckung und Ansteckungsvermeidung drehen, fühlen sich Männer aus dem Grund oft nicht zuständig und stehlen sich sogleich aus der Verantwortung.

Männer und Chlamydien
Das „starke Geschlecht“ muss sich tatsächlich weniger Sorgen um die Folgen einer Chlamydieninfektion machen, sofern diese bei ihnen keine Beschwerden hervorruft. Gleichgültig gegenüber Chlamydien sollten Männer jedoch keinesfalls sein. Denn bei Männern wie auch Frauen erhöht sich das Risiko, mit HIV infiziert zu werden, wenn sie Träger der Chlamydien sind. Darüber hinaus sollten Männer ausreichend Verantwortungsgefühl besitzen und gewillt sein, ihre Sexualpartnerinnen vor der Chlamydien-Ansteckung zu schützen. Frauen sind durch Chlamydien nämlich gefährdet, eine Eileiterschwangerschaft oder eine Frühgeburt zu erleiden. Chlamydien können außerdem die Wahrscheinlichkeit vergrößern, dass Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken oder unfruchtbar werden. Für Schwangere ist die Untersuchung auf Chlamydien Teil der Standarduntersuchung. Generell sollten sexuell aktive Menschen aber regelmäßig abklären lassen, ob eine Chlamydieninfektion vorliegt. Für unter 24-Jährige wird ein kostenloser Chlamydien-Test angeboten.

Ansteckungsgefahr
Die bekannteste und weitverbreitetste Art der Chlamydien, die bei Menschen in den westlichen Industriestaaten sehr häufig bakterielle Geschlechtskrankheiten verursachen, sind Chlamydia trachomatis. Diese Unterart der Gruppe der Chlamydien ist vor allem aus zwei Gründen ausgesprochen verbreitet. Zum einen lässt sich die hohe Verbreitung der Bakterien darauf zurückführen, dass sie nur bei etwa 80 Prozent aller Menschen, die mit Chlamydien befallen sind, merkliche Beschwerden hervorrufen. Die Mehrzahl der Betroffenen werden also unwissentlich zu Trägern und Überträgern der Bakterien. Des Weiteren hängt der hohe
Verbreitungsgrad in der Bevölkerung mit der Art und Weise zusammen, wie hierzulande mit Sexualität umgegangen wird. So ist davon auszugehen, dass circa 10 Prozent der sexuell Aktiven mit Chlamydien infiziert sind. Die Infektionsrate bei geschlechtsreifen Frauen soll noch einmal um das Achtfache erhöht sein. Das Risiko, mit den Bakterien in Kontakt zu kommen und selbst zum ansteckenden Träger zu werden, steigt mit zunehmender Zahl wechselnder Sexualkontakte.

Was dagegen tun?
Aufgrund der Beschaffenheit und Eigenschaft der Bakterien wurden Chlamydien bis in die 1960er Jahre hinein von Experten als „Viren“ bezeichnet und eingeordnet. Unter anderem, weil sich Chlamydien aber nicht wie sonstige Viren resistent gegen Antibiotika zeigen, werden sie nunmehr als Bakterien angesehen.
Durch die Einnahme von Antibiotika gelingt die Vernichtung von Chlamydien meistens schnell und problemlos.