Chronische Verstopfung - verschiedene Arten

Die chronische Verstopfung lässt sich in vier Arten unterscheiden. Dazu gehören die Habituelle Verstopfung, anorektale Verstopfung, kologene Verstopfung und die idiopathische Verstopfung


Die Verstopfung ist ein Krankheitsbild mit vielen Ursachen und Verlaufsformen. Eine normale Verstopfung ereilt beinah jeden einmal. Jedoch hält sie nur kurze Zeit an und bringt keine Einschränkung der Lebensqualität mit sich. Beeinträchtigen die Symptome jedoch das allgemeine Wohlbefinden stark, halten sie lange an und nehmen in ihrer Intensität zu, so liegt eine chronische Verstopfung vor.

 

Die chronische Verstopfung lässt sich in vier Arten unterscheiden. Zu nennen sind die habituelle, die idiopathische, die anorektale und die kologene Verstopfung sowie Mischformen der Genannten.

Habituelle Verstopfung
Die habituelle Verstopfung tritt bei älteren oder durch chronische Krankheiten geschwächte Menschen sowie nach operativen Eingriffen auf. Bewegungsmangel, fehlende körperliche Aktivität, ein unregelmäßiger Tagesablauf und falsche Ernährung stellen Ursachen für diese Form der chronischen Verstopfung dar. Die Muskulatur ist geschwächt, die Ausscheidung des Kots wird verlangsamt. Somit verbleiben Nahrungsreste zu lange im Darm, Wasser wird entzogen, der Stuhl verhärtet sich. Eine Veränderung des Lebensrhythmus mit viel Bewegung ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme.

Idiopathische Verstopfung
Die idiopathische Verstopfung lässt keinerlei krankhafte Veränderungen der Darmstruktur erkennen. Idiopathisch bedeutet "ohne ersichtlichen Grund". Es ist eine recht häufige Form, wobei Diagnose und Therapie aufgrund der fehlenden Ursachen schwierig sind. Die Diagnose wird mithilfe der Transitzeitmessung (Bestimmung der Zeit von Nahrungsaufnahme bis Stuhlgang) gestellt. Die Therapie erfolgt individuell in Anpassung an die Verlaufsform.

Anorektale Verstopfung
Die anorektale Verstopfung wird durch krankhafte Veränderungen im Enddarm ausgelöst. Zur Diagnose ist eine Untersuchung des letzten Darmabschnittes mittels Darmspiegelung notwendig. Ursachen, die zu einer solchen Verstopfung führen, sind zahlreich. Verengungen im Analbereich werden als Analstenosen bezeichnet und führen zu Schmerzen beim Ausscheiden. Eine weitere Ursache ist ein sogenannter Prolaps. Durch sehr starkes Pressen wird ein Teil des Enddarmgewebes durch den After nach außen transportiert, es prolabiert. Meist kann der Betroffene das Gewebe mit dem Finger zurückplatzieren, bei chronischem Verlauf wird eine Operation notwendig. Die Aussackung des Enddarms heißt in Medizinerkreisen Rektozelle und ist eine weitere Ursache für eine anorektale Verstopfung, ebenso wie eine gestörte Motorik des Enddarms oder eine angeborene Verdickung des inneren Analmuskels. Die gestörte Koordination von äußerer und innerer Schließmuskulatur führt ebenfalls zu einer anorektalen Verstopfung. Diese Form der Verstopfung muss meist operativ therapiert werden.

Die kologene Verstopfung
Die kologene Verstopfung ist auch als Slow-Transit-Obstipation bekannt. Die Nahrungspassage im Magen-Darm-Trakt ist aufgrund mangelnder Darmbewegung extrem verlangsamt. Der Darminhalt kommt nur langsam vorwärts, verliert überdurchschnittlich viel Wasser, verhärtet und verstopft. Ursachen sind Nervenstörungen, muskuläre Fehlfunktionen oder hormonelle Einflüsse. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich beispielsweise negativ auf die Darmfunktion auswirken und eine kologene Verstopfung hervorrufen. Auch als Nebenwirkung von Medikamenten wie Opiaten oder Kalziumantagonsiten tritt diese Form der Krankheit auf. Zu den Behandlungsmaßnahmen, die den größten Erfolg versprechen, gehören körperliche Bewegung und eine ballaststoffreiche Ernährung.