Die Stuhlfrequenz gesunder Erwachsener unterliegt einer starken Varianz. Normal ist dreimal täglich bis dreimal wöchentlich. Liegt der Stuhlabgang darunter, sprechen Experten von einer Verstopfung. Zu den Symptomen gehören ein unangenehmes Völlegefühl, ein geblähter Bauch und allgemeinem Unwohlsein. Der Stuhlgang ist schmerzhaft. Häufig sind es Frauen, ältere Menschen und Kinder, die davon betroffen sind.
Hält der Zustand der Verstopfung über einen längeren Zeitraum an, wird die Verstopfung chronisch. Mit der Zunahme des Krankheitszeitraums nimmt auch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen zu.
Stuhlgang ist unangenehm
Ursachen für eine chronische Verstopfung liegen häufig im psychischen Bereich. So reagieren manche Menschen auf psychischen Stress wie Umgebungswechsel oder unbefriedigender Arbeits- oder Familiensituation mit Verstopfung. Sie unterdrücken den Drang, auf Toilette gehen zu müssen oder empfinden den Stuhlgang infolge gestörten Selbstbewusstseins als etwas Unangenehmes oder Unsauberes. Diese Form der chronischen Obstipation kann nur durch eine Psychotherapie behoben werden. Wird der Stuhlgang aus verschiedenen Ursachen vermieden, so verhärtet sich der Kot zunehmend. Damit wird auch der Stuhlgang immer schmerzhafter, sodass viele Betroffene, vor allem Kinder und Heranwachsende, zu einer Vermeidungstaktik übergehen. Aus dieser psychischen Ursache oder aus organischen Gründen entwickelt sich eine chronische Verstopfung.
Symptome und Auswirkungen chronischer Verstopfung
Die Anzeichen der chronischen Verlaufsform sind ein wunder Po, ein aufgeblähter Bauch sowie Appetitlosigkeit und allgemeines Unwohlsein über einen längeren Zeitraum hinweg. Hält eine Verstopfung unverändert an, treten sogar gesundheitliche Folgen auf. Die lange Verweildauer des Kots im Darm verursacht Verletzungen und Fissuren im Afterbereich. Hämorrhoiden, mit Flüssigkeit gefüllte Gefäßpolster im Enddarm treten auf und führen zu schmerzhafter Darmentleerung. Eine seltene Folge chronischer Verstopfung ist die Erweiterung des Dickdarms, was als Megacolon bezeichnet wird. Die Entstehung eines mechanischen Darmverschlusses hat lebensbedrohliche Folgen und muss in jedem Fall operativ behandelt werden. Bei Kindern besteht die Möglichkeit einer Stuhlinkontinenz, hierbei erfolgt der Stuhlabgang unkontrolliert und willkürlich. Eine relativ häufige Folge ist die sogenannte Divertikulitis. In der Schleimhaut des Enddarms bilden sich Ausstülpungen (Divertikel), die Entzündungen begünstigen und ebenfalls operativ entfernt werden müssen.
Ärztliche Hilfe
Die Entwicklung eines chronischen Krankheitsverlauf ist zu vermeiden. Halten die Beschwerden länger als drei Wochen an, tritt Erbrechen und Unwohlsein auf und bereitet der Stuhlgang Schmerzen, ist in jedem Fall ein Arzt zu kontaktieren. Bei Kindern und älteren Menschen sowie Patienten, bei denen die Verstopfung eine Begleiterkrankung darstellt, sollte der Arzt bereits wenige Tage nach den ersten Symptomen aufgesucht werden.