Computersucht - Rückzug in die virtuelle Welt

Die Computersucht wird heutzutage noch immer von vielen belächelt. Jedoch hat auch diese stoffungebundene Sucht oftmals gravierende Folgen für die Betroffenen.


Meist beginnt es ganz harmlos, mit einem eigenem PC oder einem Computerspiel. Doch aus ein paar Stunden täglich werden nicht selten ganze Tage. Längst nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch Erwachsene sitzen länger vor dem Bildschirm als ihnen gut täte. Es wird ein eigenes Reich konstruiert, ein virtuelles, bei welchem die Realität nach außen hin ausgeblendet wird. Wie jede andere Sucht, macht auch die Computersucht krank und hat meist gravierende Folgen für die Betroffenen.

Was ist Computersucht?
Die Computersucht ist der Zwang, sich täglich über mehrere Stunden oder sogar Tage nicht von dem Computer oder dem Internet trennen zu können. Der Computer wird zum Lebensmittelpunkt, zunehmend verfallen die Betroffenen der virtuellen Welt. Die Computersucht gehört zu den Verhaltenssüchten, das heißt es werden keine Rauschmittel konsumiert, vielmehr wird eine bestimmte Verhaltensweise zur Sucht, es kommt also zu keiner körperlichen Sucht. Dennoch kann auch diese Suchtform schwere gesundheitliche und soziale Folgen haben. Auch die Online- oder Internetsucht sind Teilbereiche der Computersucht, wobei häufig das Spielen oder Chatten mit andren Personen im Vordergrund steht.

Symptome der Computersucht
Betroffene, die der Computersucht verfallen sind, nutzen exzessiv ihren PC. Können sie ihren Computer einmal nicht nutzen, so entstehen Entzugserscheinungen wie Nervosität, Reizbarkeit, schlechte Laune, Schlaflosigkeit oder sogar Aggressivität. Viele Computersüchtige verlieren außerdem vor dem PC völlig ihr Zeitgefühl und vergessen sogar die Nahrungsaufnahme oder das Schlafen. Auch Versuche, den Computer seltener zu nutzen, schlagen meist fehl.

Die Auswirkungen und Folgen
Vor allem die Beziehung zu realen sozialen Kontakten leidet bei einer Computersucht sehr. Die Betroffenen selbst empfinden meist nicht so, denn sie stehen ja virtuell mit vielen Personen im Chat oder in Foren in Kontakt. Dass dies jedoch nur oberflächliche Bekanntschaften sind, die keine wahre Freundschaft ersetzen, wird meist nicht realisiert. Neben vielen gesundheitlichen Schäden (Haltungsschäden, Augenschäden, Übergewicht durch Bewegungsmangel) ist auch häufig ein Leistungsabfall in der Schule oder auf der Arbeit zu bemerken. Am Ende der Sucht steht häufig ein deutlicher Realitätsverlust. Die Betroffenen schaffen sich ihren eigenen virtuellen Charakter, mit dem sie ihre eigenen Schwächen ausgleichen.

Wie hoch ist die Zahl der Betroffenen?
Die Dunkelziffer der Betroffenen ist so hoch wie bei keiner anderen Sucht, was daran liegt, dass nur weniger der Süchtigen in Behandlung kommen. Eine Ursache dafür mag sein, dass die Computersucht in der Gesellschaft wie auch in der Medizin noch relativ wenig Beachtung erfährt. Die meisten der Betroffenen gelten als Einzelgänger und weisen nicht selten einen überdurchschnittlichen Grad an Intelligenz sowie eine hohe Allgemeinbildung auf.