Cumarine aus Heilpflanzen: Heu, Waldmeister oder Zimt?

Cumarine sind wichtige Wirkstoffe von Heilpflanzen, die bei einer Überdosierung höchstwahrscheinlich Krebs auslösen.


Reines Cumarin riecht genau wie Heu, schließlich entsteht es beim Welken und Trocknen der Pflanzen, es findet sich aber auch in ätherischen Ölen. Cumarine leiten sich von den Phenolsäuren ab, sie finden sich vor allem in den Familien der Dolden- und Rautengewächse, also in Doldenblütlern, Schmetterlingsblütlern, Körbchenblütlern, Rötegewächsen und Gräsern. Der Name leitet sich vom spanischen cumarú, dem spanischen Wort für Tonkabohnenbaum, ab, in deren Bohne sich ebenfalls der Stoff findet.
Die Stammverbindung ist Cumarin, sie wird beim Welkprozess gebildet und ist unter anderem für das Waldmeister-Aroma verantwortlich. Cumarine werden aufgrund ihrer womöglich leberschädigenden Wirkung als Aromastoff nicht mehr verwendet, finden sich jedoch in Medikamenten und werden somit auch als Heilpflanzen angewendet.

Verschiedene Gruppen
Es gibt in etwa 500 verschiedene Cumarine, sie werden unterteilt in Dicumarol, das durch Fäulnisprozesse in cumarinhaltigen Pflanzen, zum Beispiel im Kleeheu, ensteht. Es kann Weidevieh krank machen, da es die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber hemmt. Des Weiteren gibt es jedoch auch synthetisch hergestellte Cumarinderivate, die in der Medizin verwendet werden, dieses Cumarin entsteht beim Welkprozess von Pflanzen aus Melitosid und einem Glucosid der Zimtsäure. Hydroxycumarinderivate sind natürlich vorkommende Cumarinderivate, sie finden sich in der Ringelblume, Kamillenblüten, Pastinakfrüchten, Feigenblättern und dem Engelwurz.
Aflatoxine werden in Schimmelpilzen gebildet, hierbei handelt es sich um Furano- und Pyranocumarinderivate.

Wie wirkt es und wo steckt es?
Cumarine wirken entzündungshemmend und abschwellend, sie fördern die Durchblutung und sind krampflösend, sie werden häufig bei Venenleiden eingesetzt. Cumarin kann aber auch die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen: Hautentzündungen können bei der Kombination von Bärenpflanze und Sonne enstehen. Cumarin findet sich in solchen Heilpflanzen wie Waldmeister, Steinklee, Liebstöckel, Tonkabohnen und Pastinakfrüchten.

Schädliches Cumarin?
Tierversuche haben ergeben, dass Cumarin lebertoxisch und krebserregend ist, deswegen sollte man cumarinhaltige Lebensmittel wie Tees mit Zimt möglichst nicht über eine lange Zeit zu sich nehmen. Ob die Ergebnisse jedoch auch auf den Menschen übertragbar sind, ist umstritten.
Bei hohen Dosierungen treten jedoch häufig Kopfschmerzen oder Benommenheit auf. In den USA ist Cumarin bereits seit 1954 als Aromastoff verboten. In Deutschland liegt der Grenzwert bei derzeit zwei Milligramm pro Kilogramm. Im zimthaltigen Weihnachtsgebäck war im Winter 2006/2007 eine extrem erhöhte Dosis des Aromas gefunden worden.