Das 20. Jahrhundert: Mode im Rückblick

In keinem anderen Zeitalter war Mode so schnelllebig wie im 20. Jahrhundert. Grund genug, einmal zurückzublicken.


Mode drückt ein Zeitgefühl aus und ruft längst vergessene Erinnerungen und Assoziationen hervor. Selbst, wer die Zeit nicht selbst miterlebt hat, verbindet Schlaghosen und Batikhemden mit den Hippies der sechziger und siebziger Jahre. Denkt man dagegen an die fünfziger Jahre, sieht man Mädchen in Petticoats und Jungen in schwarzen Lederjacken. Bei den Swinging Sixties, also den sechziger Jahren werden Erinnerungen an die Hippiezeit wach. Blickt man auf das 20. Jahrhundert zurück, finden sich also alle erdenklichen Stile – von schlicht bis extravagant, von gedeckt bis knallbunt.

Am Anfang war das Korsett

  • Veränderungen in der Gesellschaft lassen sich meist auch in der Mode ablesen – schließlich reagiert diese auf wandelnde Lebensumstände. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich die Vorstellung vom menschlichen Körper. Sich in der Natur aufzuhalten, zu wandern und zu schwimmen waren von nun an akzeptierte Freizeitbeschäftigungen. Die Kleidung musste für diese Art der Freizeitbeschäftigung angemessen sein – Korsette waren da nicht mehr zeitgemäß. Abgelöst wurde es von den ersten Büstenhaltern. 
  • Der Krieg verhalf Frauen zu mehr Freiheiten – auch in der Kleidung. Röcke wurden durch die Stoffknappheit kürzer, dadurch aber auch bequemer. Coco Chanel entwarf das kleine Schwarze – eines der stilprägendsten Kleidungsstücke der zwanziger Jahre. Nach einer Dürreperiode in der Mode durch den Zweiten Weltkrieg begann durch Christian Dior entfacht, der New Look mit glockenförmigen, weiten Röcken und sehr engen Oberteilen. 

Mit Petticoat und Caprihose

  • Mit den fünfziger Jahren und dem dazugehörigen Wirtschaftswunder wurde Urlaub für jedermann erschwinglich. Italien war das favorisierte Urlaubsland der Deutschen, dazu kamen die Caprihosen in Mode. Auch Ballerinas, Petticoats und Twinsets haben ihren Ursprung in den fünfziger Jahren. 
  • Genau wie der Pferdeschwanz und das Nickituch repräsentieren sie die Dekade, in der sich Jugendliche das erste Mal das Recht herausnahmen, sich wie Teenager aufzuführen. Dazu gehörte selbstverständlich eine eigene Mode. Auch Jeans, am besten so eng wie möglich, begannen ihren Siegeszug in den Fünfzigern.

Die Hippies kommen

  • Zwar sind die Sechziger traditionell das Jahrzehnt der Hippies – doch machte zuallererst der Minirock 1962 Schlagzeilen. Sowohl die Polizei als auch Eltern waren am Anfang wenig erfreut über die ultrakurzen Röcke, doch bald wurde der Minirock gesellschaftsfähig. 
  • Die Zeit der Hippies begann in den späten Sechzigern und reichte – gerade in Deutschland – in die Siebziger hinein. Schlaghosen, aber auch Hotpants, kombiniert mit Fell- oder Wildlederjacken sowie Häkeloberteilen, dazu gebatikte Shirts gehörten damals unbedingt dazu. 

Neonfarben, Stonewashed Jeans und Schlaghosen: Die Achtziger und Neunziger

  • Die Achtziger gelten heute oft als die ultimative Zeit des schlechten Geschmacks. Zugegeben, Karottenjeans in Stonewashedoptik will heute keiner mehr sehen. Doch genügend Reliquien aus der Zeit sind heute wieder aktuell: Leggings, Stulpen, Neonfarben und Co. hatten ihren Ursprung in den achtziger Jahren. Die Neunziger liegen noch gar nicht so lange zurück und doch: Sieht man Fotos von sich damals, scheint sich einiges verändert zu haben. 
  • Der Ravelook hat sich Gott sei Dank überholt und auch das Siebziger-Revival ist heute Schnee von gestern. Generell gilt aber seit den Neunzigern und auch im neuen Jahrtausend: Alles ist erlaubt. Der Mode fällt nicht immer etwas Neues ein – so wird heute fröhlich aus den anderen Dekaden des 20. Jahrhunderts zusammengeklaut und wir stehen vor dem x-ten Revival der Leggings oder der Schlaghose.