Das EU-Bio-Siegel - Der Frischling unter den grünen Plaketten

Seit 2009 müssen sich europäische Produkte mit dem EU-Bio-Siegel kennzeichnen, wenn sie den Anspruch ,,Bio" erheben wollen. Dennoch werden gentechnische Veränderungen nicht komplett ausgeschlossen.


Bio ist Trend. Doch woher weiß ich, dass mein gewünschtes Bio-Produkt auch tatsächlich streng kontrolliert und vollkommen naturbelassen ist? Sicher können Sie sich sein, wenn auf Ihrem Produkt ein Siegel zu finden ist, welches bestätigt, dass der Erzeuger des Produkts alle Richtlinien der jeweiligen Bio-Verbände erfüllen konnte. Noch besser fahren Sie, wenn gleich mehrere Bio-Siegel auf der Verpackung prangen. Dann können Sie davon ausgehen, dass der Hof, vom dem das Produkt kommt, von mehreren Kontrollorganen überwacht wird.

Aussehen des Siegels

  • In Deutschland findet sich sehr häufig das bundeseigene Bio-Siegel, welches seine eigenen bundesweiten Richtlinien verfolgt. Dieses ist sechseckig, in grünen und weißen Farben gehalten. Daneben herrscht ein EU-weites Bio-Siegel, welches in Deutschland nicht allzu häufig auf Verpackungen zu finden ist und erst seit 2009 verwendet werden muss. Dafür gelten die dem Siegel unterliegenden Richtlinien standardisiert für das EU-Gebiet und können auf freiwilliger Basis beantragt werden. Auch hier kennzeichnet dieser Bio-Stempel Erzeugnisse aus ökologischem Landbau. In Deutschland speziell sind dem EU-Bio-Siegel Definitionen wie „Biologische Landwirtschaft“ und „Ökologischer Landbau“ unterworfen.
  • Das EU-Siegel kann von Land zu Land unterschiedlich aussehen. Während in Deutschland eher das bundeseigene Bio-Siegel weit verbreitet ist, herrscht in anderen Ländern oftmals nur das EU-Siegel vor. Das deutsche EU-Siegel ist farblich ähnlich dem deutschen Öko-Siegel, allerdings ist es rund und die Grafik enthält die bekannten Europa-Sterne als Zeichen der europäischen Gemeinschaft.

Genaue Bedeutung vom EU-Bio-Siegel

  • Die Kontrollen, die dem EU-Siegel vorausgehen, sind ähnlich gehalten wie die des deutschen Bio-Siegels. Allerdings lässt dieses Siegel eine gentechnische Veränderung der im Produkt enthaltenen Rohstoffe von 0,9 Prozent zu, welches für den Verbraucher dann am Ende der Kette nicht zu erkennen ist. Kritiker bemängeln diesen Zustand, da so nichts zur größtmöglichen Aufklärung des Verbrauchers über das Produkt beigetragen wird.
  • Ein wichtiger Bestandteil der Richtlinien, an die sich ein Betrieb zu halten hat, der das EU-Bio-Siegel zukünftig auf seinen Produkten aufbringen möchte, ist die Garantie hoher Anteile an ökologischen Rohstoffen im Endprodukt. Dieser Anteil sollte mindestens 95 Prozent betragen. Alles, was sich darunter bewegt, ist nicht zulässig und entspricht nicht der Definition „ökologischer Landbau“.