Kleinkinder sind extrem aufnahmefähig und wissbegierig. Eindrücke, Erfahrungen und Anregungen helfen, immer mehr Nervenzellen-Verbindungen im Gehirn aufzubauen. Ungefähr mit sechs hört die Vernetzung dann auf und ein Reifungsprozess setzt ein. Hierbei verstärken sich die häufig genutzten Nervenbahnen, die weniger oft genutzten verkümmern dagegen. Um Vorlieben und Begabungen des Kindes optimal zu fördern, sollte man dem Kind also ein breites Angebot an Fördermöglichkeiten bieten. Dabei muss es nicht immer die musikalische Früherziehung oder Fremdsprachenkurse sein. Auch im Alltag kann man Kleinkinder fördern.
Das richtige Spielzeug
Im Alter zwischen zwei und drei lieben Kinder alles was sich bewegt, also beispielsweise Stoffbälle, Dreiräder, Rutscheautos oder Holz-Bauklötze. Auch mit Buntstiften, Wachsmalstiften und Knete können sich Kinder in diesem Alter bestens austoben. Im Kindergartenalter ist Lego perfekt für die Weiterentwicklung der Motorik und geistigen Fähigkeiten. Auch simple Puzzles und Brettspiele sind jetzt angemessen genau wie ein Kaufladen.
Beim Spielen muss ein Kind laut sein dürfen und Unordnung machen. Überlassen Sie dem Kind unbedingt auch im Wohnzimmer eine Ecke zum Spielen und schauen Sie dabei zu. Fragen Sie nach und geben Sie Vorschläge beim Spielen. Doch fördern Sie auch den Kontakt zu Gleichaltrigen, nur so können sie wichtige Erfahrungen machen. Aufräumen sollte übrigens nicht zu wichtig sein, Spiellandschaften dürfen ruhig ein paar Tage im Zimmer stehen bleiben.
Im Alltag
Auch im Alltag kann man sein Kleinkinder fördern. Lassen Sie Ihr Kind also so früh wie möglich beim Kochen, Backen und Putzen helfen, auch wenn dann alles etwas länger dauert. Mit einfachen Liedern und Reimen kann man außerdem die sprachliche Entwicklung von Kindern fördern.
Wie sinnvoll ist die Förderung?
Eltern wollen das Beste für Ihre Kinder, sie sollen später optimal mit den Anforderungen der Gesellschaft zurechtkommen. Setzen Eltern also verstärkt auf die Förderung des Kleinkindes ist ihr Ziel, dass Kinder sich ohne großen Stress, Fähigkeiten für das ganze Leben antrainieren sollen. Dumm ist das nicht: Zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr ist es beispielsweise besonders einfach, eine zweite Sprache zu lernen. Doch nur das, was vom Gehirn immer wieder genutzt wird, bleibt auch erhalten. Hat das Kind also im Kindergarten einen Englischkurs besucht, der reguläre Fremdsprachenunterricht beginnt aber erst in der fünften Klasse, so hat das Kind bis dahin alles wieder vergessen. Auch dem Kind bereits vor der Einschulung das Lesen und Rechnen beizubringen, sorgt nicht für einen großen Vorsprung – spätestens mit elf haben die anderen Kinder dies wieder aufgeholt. Auch kann dies recht problematisch sein, weil Kinder sich dann schneller im Unterricht langweilen. Eltern sollten für sich überlegen, was wichtig ist: frühe Englisch- und Computerkenntnisse oder Sozialverhalten, eine eigene Meinung, Selbstbewusstsein, Mut und Optimismus.