Das Familienmodell: Weg von der Kleinfamilie!

Das eine Familienmodell gibt es nicht, vielmehr muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihm am besten liegt.


Gab es noch vor einigen Jahrzehnten keine Alternative zur klassischen Familie mit Mutter, Vater Kind, existieren heute verschiedene Familienmodelle – mehr oder minder gleichberechtigt – nebeneinander.

Nicht nur ein Familienmodell - Viele Familienformen

  • Immer mehr Paare leben beispielsweise in wilder Ehe und verzichten auf den Trauschein – Kinder kann man schließlich auch ohne Ehering bekommen. Auch ist es heute ganz normal, dass beide Partner arbeiten und nicht die Mutter zuhause die Kinder versorgt, während der Vater das Geld verdient. 
  • Doch während ein unverheiratetes Paar mit Kindern nur eine unwesentliche Veränderung zur klassischen Kernfamilie ausmacht, gibt es auch immer mehr alleinerziehende Eltern, die Ihr Kind ohne Partner großziehen. Auch gleichgeschlechtliche Eltern gibt es im Deutschland des 21. Jahrhunderts – obwohl es homosexuellen Paaren immer noch recht schwer gemacht wird, ein Kind zu adoptieren. 

Die Ein-Eltern-Familie

  • Auch heute noch werden von vielen sogenannte Ein-Kind-Familien, also alleinerziehende Mütter oder Väter als unvollständig wahrgenommen. Doch durch die steigenden Scheidungsraten gibt es immer mehr alleinerziehende Eltern. Im Großteil der Fälle handelt es sich hierbei um Mütter. 
  • Was schon für Frauen, die in einer Partnerschaft leben, schwierig ist, ist für alleinerziehende Mütter ein wahrer Balanceakt – das Vereinbaren von Kind und Karriere. 

Die Kommune

  • Auch wenn es ein wenig nach Althippies klingt: Eine Kommune kann auch von jungen, urbanen Menschen gegründet werden. Schließlich hat das Zusammenleben von mehreren Kleinfamilien ja auch so einige Vorteile. Zusammen wohnt man in einem gemeinsamen Haus, jeder hat seinen eigenen Bereich, doch nutzt man zum Beispiel die Haushaltsgeräte und die Küche gemeinsam. So hält man zum einen die Lebenshaltungskosten gering, und lebt zum anderen in einer Gemeinschaft, ähnlich der klassischen Großfamilie. So werden zum Beispiel Kinderbetreunung, Wohnen, Waschen, Kochen gemeinsam organisiert. 
  • Oft findet man dieses Familienmodell in Großstädten, zum Teil aber auch auf dem Land. Hier begreifen sich die Kommunarden häufig als Aussteiger, die auch ihr eigenes Essen anbauen und auf möglichst vielen Gebieten versuchen, sich selbst zu versorgen. 

Zurück zur Großfamilie

  • Früher war es ganz normal, dass mehrere Generationen unter einem Dach lebten. So wurden die Alten mitversorgt und lebten noch nicht in speziellen Altersheimen. Auch heute besinnen sich immer mehr Familien auf die traditionelle Großfamilie und wohnen mit drei Generationen unter einem Dach. 
  • Anders als in der Kleinfamilie ist immer jemand da, keiner kann vereinsamen. Manche Eltern schrecken jedoch auch vor diesem Schritt zurück, da sie fürchten, dass sie, wenn sie mit ihren eigenen Eltern unter einem Dach wohnen, ihre Privatsphäre aufgeben müssen. 

Kibbuz

  • Kibbuze finden sich in Deutschland nicht, in Israel sind sie jedoch recht verbreitet. Hierbei handelt es sich um landwirtschaftliche Siedlungen, die bei der Staatsgründung von idealistischen jüdischen Siedlern aufgebaut worden. 
  • Hier gibt es nur gemeinsamen Besitz, man arbeitet für das Kollektiv. Kinder leben im Kinderhaus, statt bei den Eltern, abends können sie diese jedoch besuchen. Alle Bewohner des Kibbuz essen gemeinsam.