Das Medizinstudium - Teil 2

Im praktischen Teil des Medizinstudiums lernen die Studenten den Klinikalltag und die Arbeit mit den Patienten kennen.


Nachdem die Medizinstudenten ihr Physikum bestanden haben, lernen sie im praktischen oder klinischen Teil ihres Studiums die Abläufe in einer Klinik oder Praxis näher kennen.

Klinische Phase
Der klinische Teil des Studiums ist praxisnaher ausgelegt. Die Studenten lernen im Klinikalltag und im direkten Patientenkontakt von bereits ausgebildeten Ärzten. Das Erlernte wird in Skills-Lab-Kursen – in simulierten Situationen – angewendet und erweitert.
Innerhalb der klinischen Phase müssen die Studenten ein viermonatiges Pflichtpraktikum – Famulatur genannt – absolvieren. Dieses Praktikum soll die angehenden Ärzte im Umgang mit den Patienten schulen und ihnen gleichzeitig praktische Erfahrungen, wie etwa Blut abnehmen, Untersuchungen und Anamnese, unter der Aufsicht von Ärzten liefern. Inwieweit der Student dabei selbstständig arbeiten kann oder darf, hängt von seinem eigenen Engagement und dem zuständigen Arzt ab. In der Zeit der Famulatur können sich die Studenten in einem oder mehreren Fachbereichen, die sie besonders interessieren, umsehen und so austesten, ob es das richtige Gebiet für sie ist. Einschränkungen gibt es auch hier. So müssen mindestens 60 Tage Praktikum in einer Klinik und 30 Tage in einer Einrichtung zur ambulanten Krankenversorgung stattfinden. Die Wahl der Einrichtungen ist den Studenten allerdings größtenteils freigestellt. In den verbleibenden 30 Tagen des Praktikums ist der Student frei in seiner Wahl der Institution.

Praktisches Jahr
In den letzten zwei Semestern des Studiums leisten die Studenten das Praktische Jahr (PJ) ab. Vier Monate dieser praktischen Phase müssen im Bereich der Inneren Medizin absolviert werden, vier weitere folgen in der Chirurgie. Im letzten Teil des praktischen Jahrs können die Studenten den Bereich, der sie besonders interessiert, auswählen. In sogenannten Lehrkrankenhäusern, die vom Landesprüfungsamt vorgegeben werden, machen die Studenten weitere praktische Erfahrungen und nehmen wie „normale“ Ärzte auch am Krankenhausalltag teil. Neben dem praktischen Teil werden die PJler parallel in zusätzlichen Vorlesungen und Seminaren weitergebildet. Wie auch die Famulatur kann das PJ auch teilweise oder auch ganz im Ausland absolviert werden. In Deutschland ist das praktische Jahr leider immer noch weitestgehend unbezahlt.
Nach dem Praktischen Jahr folgt das zweite Staatsexamen, das auch Hammerexamen genannt wird. Das Hammerexamen besteht aus einer mündlichen und einer schriftlichen Prüfung und trägt Zweidrittel zur Abschlussnote bei. Das restliche Drittel wird von der Note aus dem Physikum bestimmt.

Beruf nach dem Medizinstudium
Ist auch das zweite Staatsexamen bestanden, steht dem beruflichen Werdegang der Absolventen nichts mehr im Wege. Die anschließende Facharztausbildung, die von Kliniken angeboten werden, dauert für ausgebildete Mediziner je nach Fachrichtung drei bis sechs Jahre. In dieser Zeit lernen die Absolventen die für eine bestimmte Fachrichtung entscheidenden Dinge. Die Entlohnung für einen Arzt in der Ausbildung ist im Vergleich zu dem, was er zu leisten vermag, immer noch relativ gering. Erst nach der Facharztausbildung kann sich jeder Mediziner mit einer eigenen Praxis niederlassen.