Das menschliche Hormonsystem im Überblick

Das Hormonsystem ist von entscheidender Bedeutung. Denn ohne Hormone kommt es nicht nur zur Unfruchtbarkeit sondern auch zu einer Reihe anderer Störungen.


Wenn man Hormone hört, denkt man unweigerlich an die Pubertät und an die damit verbundenen Hautprobleme, die Wechseljahre der Frau oder auch die Antibabypille. Hormone sind zwar an all diesen Prozessen beteiligt, sie können aber noch viel mehr.

Das menschliche Hormonsystem
Das Hormonsystem wird auch als endokrines System bezeichnet. Endokrin deshalb, weil die betreffenden Drüsen die Hormone in die Zellzwischenräume (interstitieller Raum) abgeben. Verschiedene Drüsen im menschlichen Körper sind daran beteiligt, 30 verschiedene Hormone zu produzieren. Zu diesen endokrinen Drüsen gehören:

  • Schilddrüse
  • Langerhanschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse
  • Nebenniere
  • Nebenschilddrüse
  • Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke und Hoden)
  • Hirnanhangdrüse (Hypophyse)
  • Hypothalamus (ein Abschnitt des Zwischenhirns)
  • Zirbeldrüse (Epiphyse)


Hormone – nicht nur für den Sex wichtig
Hormone sind chemische Botenstoffe, die von den Drüsen produziert und dann in die Zellen abgegeben werden. Mithilfe des Bluts gelangen sie zu den Zielzellen. Neben der Steuerung der Geschlechtsreife und den damit verbundenen Vorgängen, etwa die Bildung von Ei- und Samenzellen, regulieren Hormone noch eine Reihe weiterer wichtiger Prozesse. Sie sind für das Wachstum und die Entwicklung verantwortlich, regeln den Zellstoffwechsel und das Energiegleichgewicht. Darüber hinaus mobilisieren sie Abwehrzellen, wenn der Körper gegen Stress oder eine Infektion kämpft.
Hormone lassen sich auf zweierlei Weise einteilen, entweder nach ihrem strukturellem Aufbau oder nach ihren Funktionen im Körper. Strukturell werden sie in vier Klassen unterteilt:

  • Amine (z.B. Adrenalin)
  • Prostaglandine
  • Steroide (Sexualhormone)
  • Polypeptide, Proteine (Insulin)


Hormone außer Rand und Band
Hormone sind wichtige Nachrichtenübermittler. So teilt das Insulin beispielsweise den Zellen mit, dass sie den Traubenzucker aus der Nahrung lösen sollen, sodass Energie freigesetzt werden kann.
Sind diese Übertragungswege gestört, kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen.
Meist ist eine Fehlfunktion einer der Drüsen für Hormonstörungen verantwortlich. Bekommt die Schilddrüse beispielsweise nicht genügend Jod, produziert sie viel mehr Hormone als benötigt werden, es bildet sich ein Kropf.
Weitere Hormonstörungen betreffen vor allem die Geschlechtsreife von Mann und Frau. So kann die Regelblutung ausbleiben, die Eier im Eierstock nicht richtig heranreifen oder gar Unfruchtbarkeit die Folge sein, wenn eine der Drüsen im Hormonsystem nicht mehr richtig arbeitet.
Sogar Depressionen können entstehen, wenn die Hormone im Hirn ungleichmäßig verteilt sind.