Das Spermiogramm als Indiz für die Zeugungsfähigkeit

Bei Unfruchtbarkeit kann ein Spermiogramm zu diagnostischer Klarheit verhelfen. Bei dieser einfachen Methode der Diagnostik, werden die Spermien des Mannes unter dem Mikroskop untersucht.


Viele Paare verzeichnen Schwierigkeiten, eine Schwangerschaft zu erzielen. Wenn der Kinderwunsch über Jahre hinaus unerfüllt bleibt, vermutet man in der Regel Unfruchtbarkeit – entweder bei der Frau oder beim Mann. Aus einer kürzlich veröffentlichen Studie geht hervor, dass bei etwa 31 Prozent der Paare, eine Defizienz der männlichen Spermien ausschlaggebend ist. Deshalb ist es ratsam, ein Spermiogramm vorzunehmen, wenn eine Unfruchtbarkeit zu vermuten ist.

Wie funktioniert ein Spermiogramm?
Ein Spermiogramm ist eine recht einfache Untersuchung des Ejakulats, die in der Regel von einem Urologen oder Fruchtbarkeitsspezialisten durchgeführt wird. Hierbei wird dem Mann empfohlen, vier bis fünf Tage keine sexuelle Aktivität zu haben. Dann wird zur Untersuchung das Ejakulat mittels Masturbation bereit gestellt. Danach werden verschiedene Untersuchungen an den Spermien vorgenommen. Beträgt das Volumen des Ejakulats weniger als 2 Milliliter, so ist auf eine Störung der Samenbläschen zu schließen. Die Samenfäden haben in diesem Fall nicht genug Flüssigkeit, die ihnen Energie und Beweglichkeit vermittelt. Durchschnittlich erwartet man etwa eine Mindestmenge von 40 Millionen Spermien. Ist die Menge geringer, können noch andere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursache zu bestimmen. Wenigstens die Hälfte der Spermien sollte beweglich sein. Um das festzustellen, werden etwa einhundert der Samenfäden isoliert und mikroskopisch untersucht. Bei Austritt sollte das Ejakulat dickflüssig sein, damit es nicht aus der Scheide ausläuft. Etwa nach einer halben Stunde jedoch verflüssigt es sich, um die Eizellen befruchten zu können. Sollte die Untersuchung ergeben, dass dieser Prozess nicht stattfindet, so kann das Sperma aufbereitet werden.

Resultate der Untersuchung
Ein Spermiogramm kann nicht nur Aufschluss darüber geben, ob die Unfruchtbarkeit von der Spermienqualität des Mannes verursacht wird, sondern kann auch das genaue Problem an den Samenfäden bestimmen. Auf diese Art und Weise können entweder weitere Untersuchungen eingeleitet werden, die die Ursache für die Störung klären können oder es kann ein Therapieplan aufgestellt werden. Bei bestimmten Störungen ist es ratsam, dass Ejakulat durch Masturbation zu entnehmen, anschließend aufzubereiten und schließlich mittels einer Inseminationsbehandlung in den Genitaltrakt der Frau einzuführen. In Anbetracht der Häufigkeit von Störungen bei der Spermienproduktion als Ursache für die Unfruchtbarkeit eines Paares, sollte das Spermiogramm zu den ersten Untersuchungen gehören, die vorgenommen werden, um den Grund des Ausbleibens der Schwangerschaft festzustellen.