Damit die Nahrung, die wir tagtäglich zu uns nehmen, auch wirklich dort ankommt, wo sie gebraucht wird, sind viele unterschiedliche Prozesse im Verdauungssystem des Menschen vonnöten. Eine ganze Reihe von Organen und Systemen sind an der Verdauung beteiligt und sorgen dafür, dass für den Stoffwechsel alle nötigen Nährstoffe zu Verfügung stehen.
Schrittweise Umwandlung der Nahrung
Die einzelnen an der Verdauung beteiligten Organe sind dafür verantwortlich, dass die Lebensmittel in verwertbare Bausteine umgewandelt werden. Der lange Prozess beginnt in der Mundhöhle, wo die Nahrung durch die Zähne zerkleinert und eingespeichelt wird. Anschließend wird der so entstandende Nahrungsbrei mit Verdauungssäften durchmischt und gelangt mithilfe der Darmbewegungen (Peristaltik) in die Verdauungsorgane. Hier verbringen sie eine unterschiedlich lange Zeit. Allein im Magen verbleiben die Nahrungsbestandteile bis zu vier Stunden, um den Dünndarm zu durchlaufen, werden sechs Stunden benötigt. Wieviel Zeit letztendlich für eine Mahlzeit wirklich gebraucht wird, hängt von der Art der Speisen und deren Zusammensetzung ab. Durchschnittlich dauert ein kompletter Verdauungsvorgang 24 Stunden, wobei unterschiedliche Bausteine eine bestimmte Zeit brauchen. Kohlenhydrate werden am längsten verdaut, Fette verbringen ebenfalls viel Zeit in den Verdauungsorganen.
Nachdem die Verdauung abgeschlossen ist, sind Kohlenhydrate zu Einfachzuckern umgewandelt, Proteine in Aminosäuren aufgespalten und Fette zu Fettsäuren und Glycerin zersetzt worden. Diese kleinen Nahrungsbestandteile gelangen über das Blut zu den Zellen.
An der Verdauung beteiligte Organe oder Systeme
Gestörte Verdauung
Verdauungsbeschwerden gehören zu dem am häufigsten genannten Problemen in deutschen Hausarztpraxen. Neben den offensichtlichen Anzeichen, dass etwas nicht stimmt wie Blähungen,Verstopfung oder Koliken , können auch Hautprobleme, chronische Entzündungen oder brüchige Fingernägel anzeigen, dass die Verdauungsorgane nicht richtig arbeiten. Die meisten Probleme lassen sich schnell beheben, denn Auslöser für einen grummelnden Magen oder Durchfall sind oft falsche Ernährungsgewohnheiten. Auch Prüfungsstress oder Angst vor dem Jobverlust lassen sich schnell ausmachen und angemessen behandeln. Weitaus schwieriger zu diagnostizieren, sind eine gestörte Darmflora oder eine Störung der Magensäfte.
Wohlbefinden fördern mit einem gesunden Verdauungssystem
Viele Sprichwörter verdeutlichen den Zusammenhang zwischen individuellem Wohlbefinden und dem Verdauungsystem des Menschen sowie seinen Bestandteilen. „Wut im Bauch haben“ oder „Etwas schlägt mir auf den Magen“ sind Indikatoren für diese enge Verbindung. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass sich auch im Bauch ein Gehirn befindet. Das Bauchhirn steht in engem Dialog mit den grauen Zellen im Kopf, dabei beginnt zu 90 Prozent der Darm das „Gespräch“. Nicht verwunderlich ist daher auch, dass Betroffene mit Verdauungsbeschwerden oft psychische Probleme haben.