Seit die Menschheit in das digitale Zeitalter eingetreten ist, stellt die Datenrate oder Übertragungs- geschwindigkeit das zentrale Merkmal für die Leistungsfähigkeit technischer Innovationen dar. Wie schnell Informationen ausgelesen oder übertragen werden können, ist der wesentliche Faktor, ob sich Produkte und Dienstleistungen aller Art am Markt etablieren können. Das beste praktische Beispiel, mit dem schon fast jeder zu tun hatte, ist die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten im Internet. Viele werden sich sicher noch an die Urzeit erinnern können, als es nur das analoge Modem gab, um in die weite Informationswelt eintauchen zu können. An die 30 Sekunden dauerte es damals mindestens, bis sich eine Internetseite am Bildschirm aufbaute.
Grundlagen die man wissen sollte – die Datenrate
Von der technischen Definition her ist die Datenübertragungsrate (oder auch Datenrate oder Übertragungsgeschwindigkeit genannt) die Datenmenge, die innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit über einen Übertragungskanal übertragen wird. Die kleinste Datenmenge ist ein Bit. Daraus ergibt sich in Verbindung mit einer Zeiteinheit (normalerweise eine Sekunde) die Basiseinheit für die Datenrate – auch Bitrate – genannt. Abgekürzt wird diese Grundeinheit mit bit/s oder kurz b/s, im englischen bps. Durch die enorm schnelle Weiterentwicklung der digitalen Übertragungstechnik kamen schnell Vielfache dieser Einheit zur Angabe der Datenrate hinzu: das Kilobit (kb) für 1000 bits und in letzter Zeit auch das MegaBit (MB) beziehungsweise GigaBit (GB).
So schnell werden Informationen heute verbreitet
Viel interessanter als die technischen Grundlagen ist aber, wie sich die Datenrate beziehungsweise die Übertragungsgeschwindigkeit in den Hauptanwendungsgebieten entwicket hat. Entscheidend ist dabei, wie die Verbindung hergestellt wird. Wird ein Kabel zur Übertragung verwendet, ist die wohl üblichste Verbindung die, mittels USB Kabel. USB 1.1 schaffte 12Mbit/s, USB 2.0 kam auf 480 Mbit/s und USB 3.0 überträgt schon 5 Gbit/s. Allein an diesen Zahlen zeigt sich schon die rasante Entwicklung, den die Datenübertragung in den letzten Jahren nahm. Das FireWire Kabel etablierte sich vor allem im Bereich der Unterhaltungsindustrie – zum Beispiel zur Übertragung von Videodaten von der digitalen Handycam zum Computer. FireWire 800 schafft in diesem Bereich zum Beispiel 800 Mbit/s. Bei der drahtlosen Übertragung per Funk starten wir unseren Überblick im Universum – die Marssonde Mariner 4 sendet mit 8,3 bit/s. GPRS kommt auf 115 kbit/s – das digitale Fernsehen über Antenne (DVB-T) kommt auf 2–3 Mbit/s
Der kommerziell wichtigste Bereich ist das Internet
Das analoge Modem schaffte maximal 56 kbit/s. Der nächste Quantensprung war die ISDN Technik mit bis zu 2 Mbit/s. ADSL, die derzeit schnellste praktisch anwendbare Datenübertragung im weltweiten Netz, stellt beim Herunterladen von Daten bereits 25 Mbit/s zur Verfügung. Interessant sind diese Werte vor allem, wenn man diese in Verbindung mit den gebräuchlichsten Audio- und Videoformaten setzt. Die Compact Disc speichert die Informationen mit 1411 kbit/s. Eine Video DVD arbeitet mit 6 Mbit/s. Im Moment ist das Maß für anwendbare Videoübertragung HDTV mit etwa 3 GBit/s – zumindest theoretisch.
In der Praxis ist vor allem aber folgender Vergleich interessant
Digitalfernsehen über Antenne bietet 2–3 Mbit/s, der HDTV Standard über Satellitenempfang würde theoretisch 3 GBit/s schaffen. In der Realität gesendet wird das HDTV Format über Satellit mit etwa 15 Mbit/s. Jeder der einmal HDTV und ein Fernsehbild in Standardqualität verglichen hat, kennt den riesigen Qualitätsunterschied. 25 Mbit/s schafft das Internet – man braucht nicht viel Fantasie, um festzustellen, dass die Zukunft des Fernsehens bei diesen Datenraten über Satellit und Internet laufen wird.