Deckbiss

Wenn die oberen Zähne die unteren zu stark verdecken, wird dies als Deckbiss bezeichnet. Hängen die oberen Zähne mehr als 3 mm über oder bedecken sie die unteren Zähne völlig, muss dies behandelt werden.


Ein Deckbiss ist nach außen hin ersichtlich durch ein übermäßiges Verdecken der unteren Schneidezähne durch die oberen. Bis zu einem gewissen Maß ist diese Zahnstellung als normal anzusehen. Beträgt jedoch der Überhang mehr als 3 Millimeter oder sind die unteren Zähne gar nicht mehr zu sehen, so sollte diese als Zahnfehlstellung behandelt werden. Die steil stehenden Zähne ragen dabei so stark über das untere Frontgebiss, dass dieses in vielen Fällen Kontakt mit dem Gaumen erhält. Dadurch kann es zu Schädigungen der Schleimhäute in diesem Bereich kommen. Häufig werden Deckbiss und tiefer Biss (Tiefbiss) in einem Atemzug genannt. Es handelt sich hierbei jedoch genau genommen um eine Unterform des tiefen Bisses. Auch wenn sich Symptome und Auswirkungen gleichen, gibt es bestimmte Besonderheiten: Im Unterschied zu anderen Tiefbissen, tritt hier lediglich eine Überlappung der oberen Frontzähne über die unteren auf, nicht jedoch eine Verschiebung im Seitenzahnbereich, wie dies bei anderen Unterformen der Fall ist. Allerdings können sich aus einem Deckbiss bei fehlender Korrektur durchaus weitere Deformationen ergeben.
 

Ursachen für den Deckbiss

Die Ursachen für diese Anomalie liegen häufig in der Genetik begründet. Aus diesem Grund kommt der Deckbiss meist bereits im Milchgebiss vor. Es empfiehlt sich, rechtzeitig behandeln zu lassen. Denn durch die dauerhaft veränderte Schlussposition des Oberkiefers kann der Unterkiefer zurückgedrängt werden und sich dadurch unvorteilhaft verändern. Eine Distalokklusion – also ein allgemeiner übermäßiger Abstand zwischen Unter- und Oberkiefer, meist durch Rückdrängung des Unterkiefers – , aber auch andere Kieferschädigungen und –beschwerden können die Folge sein. Therapiert wird in der Regel mit Hilfe der in der Kieferorthopädie üblichen Apparaturen. Besonders sinnvoll sind bei dieser Art der Fehlstellung festsitzende Zahnspangen, da es sich hier ohnehin um eine sehr langwierige Behandlung handelt. Als erster Schritt erfolgt dabei in der Regel die Korrektur des oberen Zahnbogens, erst danach wird der Rest des Kauapparates notfalls angepasst. In sehr gravierenden Fällen muss chirurgisch eingegriffen werden.