Delfine schützen: Retten Sie Flipper und Co.

Fast alle Menschen lieben Delfine und das ganz zurecht. Die grauen Meeressäuger sind supersüß und intelligent. Leider werden sie oft zum Opfer.


Seit der Fernsehserie „Flipper“ lieben Menschen die grauen, immer lächelnden Meeressauger. Bei ihrem bloßen Anblick öffnet sich das Herz und man beginnt von innen heraus zu strahlen, ganz so als würde der Delfin seine Lebenslust auch auf den Menschen übertragen. Zudem sind sie auch noch äußerst intelligent und erinnern in ihrer Lernfreude an kleine Kinder, die gerade die Welt entdecken. So können sie beispielsweise ihren Namen erkennen, selbst wenn er verfremdet wurde, oder sind in der Lage einfache Lieder zu „singen“ wie etwa die Titelmelodie von „Batman“.

Wenn das Lächeln stirbt
Doch wenn man von Delfinen spricht, darf man nicht vergessen, dass sie zu den bedrohten Arten gehören und vielleicht schon bald kein lächelnder Flipper mehr in den Meeren umhertollen wird. Die zur Ordnung der Wale gehörenden Tiere leben in verschmutzten Lebensräumen, werden getötet, weil sie Nahrungskonkurrenten für wertvolle Fische sind, und hemmungslos für kommerzielle Zwecke ausgebeutet.

Delfine als tierische Heiler
Vor etwa zwanzig Jahren begann Dr. David Nathanson, Neuropsychologe und Verhaltensforscher, sich mit den positiven Auswirkungen des Kontakts von Mensch-Delfin zu beschäftigen. Behinderte und autistische Kinder profitierten maßgeblich von den gemeinsamen Schwimmstunden. Heute hat die ursprüngliche Idee viel von ihrem Charme verloren. Jeder depressive, gestresste oder chronisch Kranke kann sich – falls das nötige Kleingeld vorhanden ist – von den tierischen Heilern behandeln lassen. Die „Dolphin assisted therapy“ (DAT) oder auch „Dolphin human therapy“ (DHT) mag zwar einmal humane Zwecke verfolgt haben, heute steht sie fast synonym mit der Ausbeutung eines friedlichen Meeressäugers. Die Tiere werden aus der freien Wildbahn entnommen und in enge Becken gesperrt. Das Hauptproblem ist wohl, dass es keine Standards oder Regelungen für die Anbieter solcher Therapien gibt. Zudem muss man sich ernsthaft Gedanken machen, ob nicht andere Tiere ebenfalls heilende Wirkungen auf Behinderte oder Kranke haben können. Aber natürlich ist ein Pferd oder ein Golden Retriever weniger exotisch als ein Delfin.

Unterhaltsame Delfinshows
Pünktlich zur Urlaubssaison warnen Tierschützer wieder vor dem Besuch eines Delfinariums im Ausland. Das Geschäft boomt, Millionen Touristen strömen in die Arenen, um die Tiere Kunststücke ausführen zu sehen. Angaben von Tierschutzorganisationen zufolge gibt es derzeit 60 Delfinarien in Europa, allein in der Türkei wurden in den letzten Jahren sieben neue Anlagen gebaut, die Besucher aus aller Welt anlocken sollen. Wenn man etwas Gutes für Delfine tun möchte, sollte man von solchen Veranstaltungen fernbleiben, denn ein Blick hinter die Kulissen enthüllt, dass die Tiere nicht so glücklich sind, wie sie aussehen. Delfine verkümmern in Gefangenschaft, innerhalb der engen Betonwände können sie ihr Echolot nicht verwenden, sodass sie verstummen. Statt vergnügt herumzutollen, müssen sie eintönige Kreise ziehen. Da es wenige Strukturierungen in den Becken gibt, droht Langeweile. Es ist in etwa so, als müssten wir ein Leben lang in einem leeren Zimmer leben. Zudem reizen die Chemikalien, die das Wasser sauberhalten, die Augen, durch die Enge verkrümmen die Rückenflossen.

Whale Watching: Vorsicht Massentourismus
Eine Alternative zum Delfinarium sind sogenannte Whale Watching Touren, bei denen man in speziellen Booten mit Glasböden zu den Lebensräumen der Delfine hinausfährt, um sie dort beobachten zu können. Aber auch diese Angebote bergen große Gefahren. So werden häufig die Schutzbestimmungen, etwa die Anzahl der Boote, die täglich hinausfahren dürfen, ignoriert.
Manchmal werden Tiere einfach überfahren. Hinzu kommt, dass solche Touren für die Tiere enormen Stress bedeuten. Sie ernähren sich nicht mehr richtig, pflanzen sich nicht mehr fort und sterben schließlich. Jedoch heißt das nicht, dass Sie auf ein solch einmaliges Erlebnis verzichten müssen. Tierschutzorganisationen empfehlen Aktionen, die die Tiere nicht stören oder in ihrem Lebensraum gefährden, zum Beispiel auf La Gomera „ M.E.E.R. ev.“. Informieren Sie sich vor dem Urlaub, welche Angebote für die Tiere empfehlenswert sind und sparen Sie nicht am falschen Ende.

(Letztmalig aktualisiert 10. Juli. 2009)