Seit der amerikanischen Familienserie „Flipper“, die 1964 das erste Mal ausgestrahlt wurde, hat sich der Delfin als freundlichstes und lustigstes Tier aller Lebewesen in den Köpfen der Menschen manifestiert. Er sei der Clown der Meere und es gehe ein ungeheures Interesse für den Menschen von ihm (selbst) aus. Wie auch durch andere Tiersendungen, wie „Lassie“ oder „101 Dalmatiner“ ging von der Serie ein unglaublicher Hype aus, der bis heute ungebrochen ist und sich sogar immer weiter verstärkt.
Kritik an revolutionärer Delfintherapie
Damals erkannten Geldmacher schnell das große öffentliche Interesse an dem Tier und verbannten sie für die zahlende Kundschaft in enge Becken, in denen bereits mehrfach dokumentiert einige Exemplare Selbstmord begingen. Sie erstickten sich selbst, indem sie nicht mehr an die Oberfläche zum Luftholen kamen oder schlugen so oft mit dem Kopf gegen die Betoneingrenzungen des Delfinariums, bis sie elendig zugrunde gingen. So sterben 50 Prozent aller Tiere in den ersten 5 bis 10 Jahren, wobei man bedenken muss, dass diese Tiere in der Freiheit bis zu 37 Jahre alt werden können. Hinzu kommt, dass immer mehr Wildtiere gefangen werden müssen, da sich Delfine in Gefangenschaft so gut wie nicht vermehren. Tierschützer fanden sich zusammen und gingen gegen diese Missstände vor. In den 90er Jahren trat eine Wende ein und viele Delfinarien wurden geschlossen.
Ständig steigende Nachfrage
Doch nun blüht das Geschäft mit den Einsteinen unter den Meerstieren erneut auf. Delfintherapie heißt die neue Marktlücke und wird vor allem in Florida betrieben. Durch den Kontakt zu Delfinen soll es behinderten oder auch autistischen Kindern möglich sein ihre körperlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten stark zu verbessern. Als Begründer dieser Therapie gilt der Neuropsychologe und Verhaltensforscher Dr. David E. Nathanson, der sein Forschungsprojekt 1978 in Florida startete. In seiner Studie behauptete er, dass den Behandelten Stress, Angst und Unruhe genommen wird. Zudem sollen sie zwei bis zehn Mal schneller lernen, als bei anderen Therapien. Zwar gilt die Delfintherapie als die am wenigsten erforschte Therapie, da unabhängige wissenschaftliche Belege fehlen, aber Eindrücke und Erlebnisse, sowie die Meinung der Eltern und Angehörigen eines Therapierten sprechen für die Therapie mit den großen Meeressäugern. Die Nachfrage nach solchen Therapien ist fast so groß, wie der Kostenfaktor. Für eine Therapie müssen durchschnittlich 8000 Euro veranschlagt werden. Durch die steigende Nachfrage gibt es bereits in Deutschland ein Therapiezentrum.
Auch den Tieren helfen
Wenn Sie auch Interesse an einer solchen Therapie haben, sollte Sie jedoch darauf achten, dass die Unterbringung der Tiere artgerecht ist. In Florida beispielsweise leben die Therapiedelfine in einer eigenen großen Bucht, wo sie genug Raum für ihren täglichen Bewegungsdrang haben.
Therapiezentren finden Sie in Florida, Ägypten, Bali, Ukraine, Türkei, Sinai-Halbinseln, Spanien, Antillen, Kuba und natürlich in Deutschland (Nürnberg).