Demokratische Erziehung - Aufwachsen mit Respekt und Liebe

Die demokratische Erziehung sieht Eltern und Kinder als gleichberechtigt an.


Erziehen Eltern ihr Kind auf demokratische Weise, werden die Kinder als ernstgenommener Gesprächspartner in Fragen der Erziehung mit einbezogen. Tritt ein Problem innerhalb der Familie auf, sind es nicht die Eltern die sich abends beraten, wenn die Kinder schlafen, sondern die ganze Familie, die sich wegen des Problems bespricht. Praktisch bedeutet die demokratische Erziehung, dass die Familien sich gegenseitig akzeptieren und jeder die gleichen Rechte hat. Es geht den Eltern nicht darum als Autoritäten anerkannt zu werden, sondern ihren Kindern beim Aufwachsen zur Seite zu stehen und ihnen Tipps fürs Leben zu geben. Die Kinder werden von Anfang an als gleichwertige Menschen betrachtet, eine Rangordnung gibt es nicht.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

  • Kommt es in einer Familie zum Problem, sind es meist die Eltern, die gemeinsam nach einer Lösung suchen. Dennoch werden die Kinder hier in die Problembehandlung mit einbezogen. Alle Familienmitglieder finden sich zu einer Besprechung zusammen und suchen gemeinsam nach einer Lösung. 
  • Hat ein Kind beispielsweise Probleme in der Schule geht es nicht darum das Kind zu strafen, sondern gemeinsam mit ihm eine Lösung zu erarbeiten, die das Problem lösen soll. 

Gemeinsame Erarbeitung von Grundregeln

  • Es gibt Grundregeln, die von der Familie erarbeitet werden müssen. Dazu gehören beispielsweise die Wahrnehmung der Schulpflicht, der gegenseitige Respekt und die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen. Einige Entscheidungen können von Kindern noch nicht allein getroffen werden, da sie die Wichtigkeit mancher Dinge unterschätzen. 
  • Regelmäßiges Mittagessen ist beispielsweise für das Heranwachsen des Kindes unerlässlich. Bei einer demokratischen Erziehung entscheiden jedoch alle Familienmitglieder gemeinsam was auf den Tisch kommt. Die Regel, dass alles was auf den Tisch kommt auch gegessen werden muss, fällt hier komplett weg. Ein großer Vorteil ist, dass Diskussionen wegen des Essens wegfallen. Es kommt häufig vor, dass Kinder sich beschweren, weil ihnen die Mahlzeiten nicht schmecken. Da sie hier aber mit entscheiden können, kann dieses Argument nicht vorgebracht werden. 

Die Meinung anderer akzeptieren

  • Kinder, die in einem demokratischen Haushalt erzogen werden, lernen sehr früh, dass es auch Menschen gibt die anderer Meinung sind und dass diese Meinung genauso akzeptiert werden muss wie die eigene. Im späteren Leben haben es diese Kinder wesentlich leichter, wenn es darum geht, Konflikte zu lösen.
  •  Es wird den Kindern beigebracht, dass eine Diskussion nicht im Streit geführt werden muss, sondern dass ruhiges Argumentieren meist schneller zu einer Lösung führt. Die demokratische Erziehung zeichnet sich dadurch aus, dass den Kindern von Anfang an Respekt anderen Menschen gegenüber beibgebracht wird.