Den eigenen Namen tanzen – so geht’s wirklich

Das Bewegungsalphabet der Eurythmie ist die Grundlage für die Idee und die Umsetzung den eigenen Namen tanzen zu können.


Zuerst einmal hört sich das ja komisch an: den eigenen Namen tanzen. Tatsächlich basiert dieses auf einer speziellen Tanztechnik, der so genannten Eurythmie (aus dem altgriechischen abgeleitet, in etwa: Ebenmaß und Harmonie in der Bewegung). Diese wurde Anfang des 20.Jahrhunderts auf Anregung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie entwickelt. Die Eurythmie ist eine expressive Tanzkunst und geht von der Annahme aus, dass sich alles im Tanz, beziehungsweise der Verbindung von Körperbewegung und Musik ausdrücken lässt. Das Namen tanzen fußt dabei auf dem ganzheitlichen Menschenbild Steiners. Der eigene Name soll durch das Tanzen verinnerlicht und auch mit den mit diesem zusammenhängenden Emotionen und dem empfundenen Selbst in Einklang gebracht werden. Die Eurythmie ist heute fester Bestandteil des Lehrplans aller Waldorfschulen und wird von anthroposophischen Heilpraktikern auch für medizinische Zwecke genutzt.

 

 

Die Choreographie des eigenen Namens

  • In der Eurythmie ist jedem Buchstaben des Alphabets ein bestimmter Bewegungsablauf zugeteilt. Aus der Aneinanderreihung der jeweiligen Bewegungsabläufe ergeben sich sinngemäß Wörter, bei komplexeren Aufführungen auch Sätze und mehr. Um nun den eigenen Namen tanzen zu können, verbindet man die Bewegungsabläufe der einzelnen Buchstaben miteinander und bewegt sich so durch den Raum. 

 

  • Die den jeweiligen Buchstaben zugeordneten Bewegungen können einschlägigen Handbüchern entnommen werden, im Allgemeinen ist es aber ratsam, einen Kurs in Eurythmie zu besuchen, da diese – wie die Anthroposophie im Ganzen – von einer ganzheitlichen Sicht des Menschen ausgeht. 

 

  • Körper und Geist werden als verbunden verstanden und in der Eurythmie kommt obendrein noch die Empfindung des Körpers für den ihn umgebenden Raum hinzu, die bei dieser Tanzform einen besonderen Stellenwert einnimmt.

 

Vorraussetzungen zum Erlernen der Eurythmie

  • Im Prinzip kann jeder – mit oder ohne Lehrer – seinen eigenen Namen tanzen, indem er sich das Bewegungsalphabet der Eurythmie aneignet. Freude an Bewegung und ein Eingehen auf die Intentionen dieser speziellen Form des Tanzens sind dabei natürlich förderlich. 

 

  • Auch wer sich nicht für die Lehren Rudolf Steiners begeistern kann, die durchaus zu Recht oftmals kritisch betrachtet werden, kann in der Eurythmie einen interessanten Weg des individuellen Ausdrucks finden, in dem Emotionen und Gedanken verarbeitet werden können.