Den geeigneten Therapieplatz finden

Wer nach psychotherapeutischer Hilfe sucht, steht oft einer Vielzahl von Therapeuten und Methoden gegenüber und hat die Qual der Wahl...


Eine erfolgversprechende Psychotherapie vereint unterschiedliche Therapieansätze in einem Gesamtkonzept und sollte genau auf das zu lösende Problem zugeschnitten sein. Dem Problem die richtige Behandlung und einen geeigneten Therapeuten zu finden, stehen wir aber oft ratlos gegenüber.

Die Suche nach einer guten Therapie
Auf der Suche nach der geeigneten Therapie kann es anfangs sinnvoll sein, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören. Vielleicht hat jemand dort schon selbst eine Therapie gemacht oder kennt jemanden, der in Behandlung ist. Allerdings gestehen die meisten so etwas nicht gern ein.
Um sich ausführlich über die Möglichkeiten einer Psychotherapie zu informieren, empfiehlt es sich daher den eigenen Hausarzt aufzusuchen oder bei verschiedenen seriösen Organisationen einen Rat einzuholen. Eine Liste aller Therapeuten und ihrer jeweilig angewandten Verfahren kann man bei der Krankenkasse beziehungsweise den kassenärztlichen Vereinigungen oder dem Psychotherapie-Informations-Dienst (PID) erhalten. Weiterführende Informationen zu den angewandten Therapieformen bieten darüber hinaus das Gesundheitsministerium oder der Bundesverband für Psychotherapie an.
Ebenso hilfreich bei der Suche können das Telefonbuch, die Gelben Seiten oder soziale sowie gemeinnützige Einrichtungen in der Umgebung sein, die sich auf eine psychotherapeutische Beratung ausgerichtet haben.

Eine gute Entscheidung braucht Zeit
Bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz sollte man sich Zeit nehmen, unterschiedliche Experten aufsuchen und mehrere Meinungen zusammenzutragen. In der Regel müssen Sie allein für die Suche einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monate einplanen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann dabei bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen. Es ist daher auch sinnvoll, sich gleich bei mehreren Psychotherapeuten auf die Warteliste setzen zu lassen. Manche Therapeuten haben sich auch auf bestimmte Probleme spezialisiert. Wenn Sie also schon am Telefon kurz beschreiben können, worum es geht, lässt sich die Frage, ob der von Ihnen ausgewählte Therapeut für Sie zuständig ist, so schon im Voraus klären.
Des Weiteren haben Sie das sogenannte Recht auf sofortige Hilfe bei einem Psychiater. Das bedeutet, wenn Sie unter bestimmten Handlungszwängen stehen oder sich mit Selbstmordgedanken beschäftigen, können Sie eine unverzügliche Hilfe beanspruchen.

Qualifikation des Therapeuten
Beachten Sie bei Ihrer Entscheidung auch, dass zur Durchführung von Psychotherapien nur Psychotherapeuten befähigt sind. Dazu gehören Psychologen, Ärzte oder Pädagogen, die über eine psychotherapeutische Zusatzausbildung verfügen.
Allerdings sind nur der Titel "Psychologischer Psychotherapeut" sowie die Kurzform "Psychotherapeut" gesetzlich geschützt. Bei Ihrer Wahl des Therapeuten sollten Sie daher darauf achten, dass dieser über ein Psychologie-, Medizinstudium oder sonstige fachliche Qualifikationen verfügt und nicht allein aufgrund des „Heilpraktikergesetzes“ eine Behandlung anbietet.
Es bewährt sich daher, sich bei seriösen Einrichtungen wie beispielsweise den Krankenkassen über die Qualifikation des Therapeuten zu erkundigen. Ebenso lässt sich durch die Eintragung in die Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums in Erfahrung bringen, ob der von Ihnen ausgewählte Therapeut über eine entsprechende Qualifikation verfügt. Im Zweifelsfall sollten Sie sich nicht scheuen, den Therapeuten direkt nach seiner Ausbildung zu fragen.

Die Chemie muss stimmen
Ebenso wie eine geeignete Therapieform für die Lösung ihres Problems wichtig ist, wird der Erfolg einer Therapie von der Beziehung zwischen Therapeut und Patient bestimmt. Hören Sie also bei ihrer endgültigen Entscheidung auf ihr Bauchgefühl. Fühlen Sie sich beim ersten persönlichen oder telefonischen Gespräch mit einem Therapeuten gut aufgehoben, so ist eine wichtige Voraussetzung für den Therapieerfolg erfüllt.
Zudem sollten Sie die in der Regel von der Krankenkasse finanzierten Probesitzungen in Anspruch nehmen. Sollte sich dabei kein Vertrauensverhältnis einstellen, scheuen Sie sich nicht, einen anderen Psychotherapeuten aufzusuchen.
Sie haben die freie Wahl
Wenn Sie sich für eine geeignete Therapie entschieden haben und gleichzeitig gesetzlich krankenversichert sind, können sie grundsätzlich alle von der Krankenkasse zugelassenen Therapeuten direkt, das heißt ohne Überweisung von einem Arzt, aufsuchen. Sie haben die freie Wahl!