Depressionen bei Frauen sind kein seltenes Thema. Einige Formen können sogar nur bei ihnen vorkommen.
Prämenstruelles Syndrom
Im Zuge des weiblichen Zyklus können aufgrund der hormonellen Verschiebungen ebenfalls Depressionen
auftreten. Bis zu zwei Wochen vor der Menstruation leiden viele Frauen an dem sogenannten Prämenstruellen Syndrom (PMS). Neben Brustspannen, Bauchschmerzen und Konzentrationsstörungen sind bei einigen Frauen auch depressive Verstimmungen bis hin zu Selbstmordgedanken zu verzeichnen. Amerikanische Forscher definierten die sogenannte Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS), die genaue Ursache ist hier nicht eindeutig geklärt. Lange dachte man, PMS wäre „einfach nur“ die Folge der Hormonverschiebungen während eines Zyklus. Da jedoch nicht alle Frauen darunter leiden und ganz unterschiedliche Beschwerden auftreten können, scheinen auch noch andere Faktoren eine Rolle zu spielen. Daher wird angenommen, dass eine erhöhte psychische Anfälligkeit zu den Hormonveränderungen hinzukommen muss. Hier wird dem Gehirnbotenstoff Serotonin eine große Rolle zugeschrieben.
Baby Blues
Unter einem „Baby Blues“ leiden insbesondere junge Mütter häufig, darunter versteht man eine depressive Verstimmung nach der Entbindung des Kindes. Umgangssprachlich werden sie auch „Heultage“ genannt. Etwa 50 bis 70 Prozent der Frauen, die gerade ein Kind entbunden haben, sind davon betroffen. Die Symptome sind
ständiges Weinen, traurige Stimmung, Unruhe und innere Leere. Dazu kommt meist, dass die Frauen nur schlecht schlafen können. Diese Form der depressiven Störung läuft immer gleich ab, daher scheint die Hormonumstellung nach einer Geburt der Auslöser zu sein. Diese Depressionsform geht meist schnell wieder vorbei. Sie braucht – im Gegensatz zu der Wochenbettdepression – keine Behandlung. Hier reichen die Zuwendung des Partners und geliebter Personen meist aus.
Wochenbettdepression
Wenn ein Babyblues mehr als zwei Wochen anhält, oder erst eine Woche nach der Geburt anfängt, dann spricht man von der Wochenbettdepression (med. postpartale Depression, PPD). Hier treten die klassischen Symptome der typischen Depression auf. Etwa zehn Prozent der Frauen sind davon betroffen. Sie fühlen sich ständig erschöpft, denken, sie wären der neuen Aufgabe einfach nicht gewachsen. Die Mutter plagt sich mit Selbstvorwürfen, zeigt häufig kein Interesse an ihrem Baby. Oder sie hat das Gefühl, dass sie ihr Kind nicht so liebt, wie sie es eigentlich müsste. Häufig entsteht auch eine extreme Angst um die Sicherheit und das Leben des Kindes.
Wochenbettdepression nicht ungefährlich
Die Wochenbettdepression ist eine ernste Gefährdung der Gesundheit sowohl die der Mutter als auch die des Kindes. Denn so kann sich die wichtige Kontaktbindung zwischen Mutter und Kind nicht aufbauen. Die Symptome beginnen etwa drei bis zehn Tage nach der Entbindung. Häufig wird die PPD nicht erkannt, da die Mütter aus Schuldgefühlen, Scham und Angst die depressiven Symptome verschweigen und überspielen.
Ursachen einer Wochenbettdepression
Erklärt wird die Wochenbettdepression mit der Tatsache, dass es nach der Geburt zu einem plötzlichen Abfall des Hormonspiegels (insbesondere von Östrogen und Progesteron) kommt. Meist berichten betroffene Frauen, dass sie auch übermäßige Schmerzen bei der Geburt und lang andauernde Wehen durchstehen mussten. Daneben fällt die Sorge um das frisch gebackene Familienmitglied, diese kann zu großen psychischen Belastungen führen. Häufig haben Frauen, die nach der Geburt unter dieser Depression leiden, auch schon früher einmal an Depressionen gelitten, oder aber in der Familie kam es bereit zu diesen Fällen. Am häufigsten sind diese Form der Depressionen bei Frauen, die zum ersten Mal entbunden haben.