Der Business-Knigge

Im Privaten gelten andere Benimmregeln als im Beruflichen. Allerdings sollte besonders im Berufsalltag der Business-Knigge beachtet werden.


Nicht nur am Tisch gelten bestimmte Benimmregeln, die ein Mensch einhalten sollte, um als gesittet und höflich zu gelten. Auch im Beruf kann man leider immer wieder Menschen begegnen, die nichts von einem Business-Knigge gehört haben. Dabei ist es gerade hier enorm wichtig, auf seine Verhaltensweisen zu achten, um in einer Firma Karrierechancen zu haben und beim Chef und den Kollegen gut anzukommen.

Die drei goldenen Stützen

  • Als einer der Grundsätze im beruflichen Leben sollte man sich folgendes als Basis merken: Freundlichkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit. Diese drei „Tugenden“ sind das Gerüst, auf die sich alle anderen sogenannten Soft Skills stützen. Menschen, die schon von Kindheit an mit diesen Charaktereigenschaften vertraut gemacht worden sind und dessen Eltern sehr früh darauf geachtet haben, diese dem Kind zu vermitteln, haben hierbei meist einen großen Vorteil gegenüber anderen. Leider gibt es nämlich immer noch Arbeitnehmer oder sogar Arbeitgeber, die sich diese Eigenschaften hart erarbeiten müssen und kein natürliches Gefühl dafür, das sogenannte Taktgefühl, mitbringen.
  • Gerade, wenn es um die Bewerbung für eine neue Stelle geht, ist es wichtig, mit einer bestimmten Einstellung zum Bewerbungsgespräch zu kommen. Denn Studien haben bewiesen, dass sich schon in den ersten drei bis vier Sekunden entscheidet, ob der Bewerber sympathisch ist und ob er demnach Chancen hat, die Stelle zu bekommen. Der erste Eindruck ist also der, der zählt. Unangenehm auffallen sollten Sie deshalb nicht! Hierbei ist auch das Outfit wichtig, denn sofern Sie sich nicht für den Kindergarten oder als Kellnerin in einer Bahnhofskneipe bewerben, ist ein klassisches Kostüm bei Frauen und der edle Anzug beim Herrn Pflicht.

Business-Knigge: Coolness versus Bescheidenheit

  • Haben Sie den Job dann bekommen, so gilt es gerade in der ersten Zeit, Ihr Verhalten genauestes zu überdenken. Auch hier gelten wieder Freundlichkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit. Wer sich in der ersten Phase im neuen Job zurückhält, beweist Stil und Beständigkeit. Aufgesetzte Coolness, lautes Auftreten und Rumgeprahle kommen weder beim Chef, noch bei den neuen Kollegen gut an. Denn gerade letztere fühlen sich durch ein neues Mitglied in der Firma verunsichert, wissen nicht, wie sie den oder die „Neue“ einschätzen sollen, und haben oft Angst davor, dass dieser ihnen den Job wegnehmen könnte. Deshalb gilt gerade auch im Kollegenkreis: Halten Sie sich zurück, zeigen Sie Respekt und schmeicheln Sie den Kollegen hin und wieder bezüglich vergangener Projekte, von denen Sie gehört haben.
  • Ebenfalls wichtig ist die körperliche Distanz, die es zu wahren gilt. Hierbei sollte die goldene Mitte gefunden werden. Auch, wenn Sie im Privaten eher ein kontaktfreudiger Mensch sind, der ohne Hintergedanken hier und da seinen Gesprächspartner gerne am Arm berührt, sollten Sie hiervon zumindest in der ersten Zeit Anstand nehmen. Ein Kollege, auch wenn er Ihnen sympathisch ist, ist noch lange kein privater Freund. Ein guter Abstand zu einem Kollegen beträgt um die zwei Meter. Anfassen ist nicht gern gesehen!

Kritik nur unter vier Augen

  • In Stresssituationen beweist sich erst richtig, wie Sie gestrickt sind, und ob Sie den Business-Knigge verinnerlicht haben. Denn gerade hier sollten Sie Ruhe und Respekt wahren, auch wenn es so manches Mal schwerfällt. Ein wutverzerrtes Gesicht und eine laute Stimme kommen nicht gut an. Auch in Sachen Kritik sollte man ein gutes Händchen beweisen, denn sowohl beim Geben als auch beim Empfangen von Kritik gibt es Regeln zu beachten. Wenn Sie etwas an einem Kollegen oder gar Ihrem Chef zu bemängeln haben, dürfen Sie das gerne zur Sprache bringen. Achten Sie aber bitte weiterhin auf den nötigen Respekt und sprechen Sie das Thema nie in der Öffentlichkeit an. Solch ein heikles Thema gehört auf jeden Fall in ein Gespräch unter vier Augen.