Der Domplatz in Erfurt: Gebäude und Bedeutung

Der Domplatz in Erfurt ist ein Touristenmagnet und beliebter Veranstaltungsort - das Highlight ist der alljährliche Weihnachtsmarkt und das Domstufenfestival


Weithin sichtbar und unverwechselbar für die Silhouette der Stadt erheben sich auf dem Domberg zwei Kirchen: der Dom St. Marien und die Kirche St. Severi. Ihnen zu Füßen liegt der größte Platz der Stadt. Der Domplatz in Erfurt wird bereits im 13. Jahrhundert in den Quellen erwähnt, damals jedoch noch unter der Bezeichnung „ante gradus“, was in etwa „vor den Stufen“ bedeutet. Die Erfurter nannten den Domplatz früher „Gradenmarkt“, eine Bezeichnung, die auch heute noch zu hören ist. Dieser Name hat seinen Ursprung in der ausladenden Treppe, die zu den beiden imposanten Kirchen hinauf führt. Wer sich die Mühe macht und die 70 Stufen erklimmt, wird mit einem grandiosen Blick über den Platz belohnt. Neben den eindrucksvollen Kirchenbauten besticht er durch eine Reihe historischer Häuser an der Ost- und Südostseite des Platzes.

Der Dom St. Marien
Erbaut wurde der Dom im 8. Jahrhundert auf Geheiß von Papst Gregor II. Kurzzeitig war der Dom Sitz des Bischofs, bis er im Mittelalter zum Stiftskapitel wurde und über Jahrhunderte blieb. Erst 1994 wurde Erfurt wieder Bischofssitz und der Dom zur Kathedrale. Das Bauwerk hat eine wechselvolle Geschichte. Es wurde im romanischen Baustil begonnen und im Laufe der Jahrhunderte mit gotischen Elementen erweitert und umgebaut. In seinem Inneren beherbergt der Dom neben einem großen Chorgestühl schöne Glasgemälde und die weltgrößte, frei schwingende mittelalterliche Glocke, die Gloriosa.

Die Kirche St. Severi
Unmittelbar neben dem Dom und ebenfalls über die Freitreppe zu erreichen, liegt die Pfarrkirche St. Severi. Zu Beginn war die Kirche Heimat eines Nonnenordens, ab dem 12. Jahrhundert lebten dort Stiftsgeistliche. Der heute spätgotische Bau entstand vermutlich sogar vor dem Dom. Romanische Bauteile wurden bei baulichen Veränderungen jedoch nicht mit übernommen.

Mittelalterliche Fachwerkhäuser
Der Domplatz in Erfurt wird von einer Reihe Fachwerkhäuser eingerahmt, von denen etliche unter Denkmalschutz stehen. So finden sich neben einer Zeile von schön renovierten Bürgerhäusern auch besonders erwähnenswerte Gebäude wie das „Gasthaus Zur Hohen Lilie" (1538) oder die „Grüne Apotheke". Heute findet auf dem Domplatz in Erfurt nicht nur ein buntes Markttreiben statt, sondern auch zahlreiche Veranstaltungen, wie das inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannte „Domstufenfestival“.